Test: Apple Magic Trackpad 2 und Magic Keyboard

By | 27. Februar 2016

Die aktuellen Versionen des Magic Trackpad und des Magic Keyboard von Apple habe ich seit einiger Zeit in Benutzung – hier ist mein Erfahrungsbericht dazu.

Das "magische" Duo von Apple

Das „magische“ Duo von Apple

 

Lost magic

Als das erste Magic Trackpad auf den Markt kam, hatte ich mich gerade an die Bedienung per Trackpad an meinem Mac Book Pro gewöhnt und wollte dieses Feeling jetzt auch gern am Desktop Computer haben. Ich habe es dann auch häufig benutzt; allerdings gab es immer einige Sachen, zum Beispiel die Fader in Logic, wo ich lieber zur Maus gegriffen habe. Eines Tages konnte ich nur noch sinnlose Auswahlrechtecke mit dem Trackpad erstellen. Es ging so weit, dass die Rechtecke sich von ganz allein generierten. 🙁 Weil ich auch online keine Lösung fand, legte ich das Trackpad zur Seite. Ende Gelände – Game over – Magie verbraucht.

New magic – more magic

Der Nachfolger, das Apple Magic Trackpad 2, befindet sich bei mir zum Zeitpunkt, da ich diesen Testbericht schreibe, seit zwei Monaten in Gebrauch und das neue Magic Keyboard etwa halb so lang.

Installation

Damit der Mac das neue Zubehör erkennt, ist ein kurzer Installationsvorgang nötig. Dazu muss man bei beiden Geräten nur ganz kurz eine Verbindung mit dem Lightning auf USB Kabel herstellen – das war’s. Das Kabel kann dann wieder entfernt werden, denn die Geräte kommen vorgeladen aus der Schachtel.

 

Lightning auf USB Kabel, hier am Trackpad

Lightning auf USB Kabel, hier am Trackpad

 

Apple Magic Trackpad 2

Das neue Modell besitzt eine größere Fläche. Das ist von Vorteil, wenn man Objekte verschiebt. Die Glasoberfläche fühlt sich sehr glatt an und verleiht ein typisches „Touchpad-Feeling“. Tatsächlich lassen sich viele Multi-Touch-Funktionen wie auf dem iPad bedienen: Zoom, Drehung, Wischen. Die Gesten lassen sich in den Systemeinstellungen im Rahmen der Vorgaben konfigurieren.

 

Apple Magic Trackpad 2

Apple Magic Trackpad 2

 

Klicken kann man an jeder Stelle, ein Klick mit zwei Fingern entspricht der Funktion einer rechten Maustaste und ruft das lokale Kontextmenü auf. Der Sekundärklick funktioniert aber auch durch kurzes Tippen mit zwei Fingern.

Force Touch ist ein weiteres Feature. Ein stärkerer Druck als beim normalen Klick (oder weiteres Drücken, nachdem der erste Druckpunkt überschritten wurde) ermöglicht zusätzliche Aktionen, die je nach verwendetem Programm unterschiedlich sein können. Ich schreibe diesen Text gerade mit Apple Pages. Mit „Force-Touch-Klick“ auf das Wort „Text“ erscheint darüber der folgende Text:

Force Touch: Pop-up Sprechblase in Pages

Force Touch: Pop-up Sprechblase in Pages

 

Die Verbindung zum Mac erfolgt über Bluetooth. Auch diese Technologie hat schon mehrere Entwicklungsstufen hinter sich. Obwohl mein Mac Pro von 2010 nicht über die neueste Bluetooth-Version verfügt, funktioniert Force Touch damit problemlos. Das aktuelle Betriebssystem „El Capitan“ ist allerdings Voraussetzung.

Batterien werden nicht benötigt, denn das Pad besitzt einen eingebauten Akku und lässt sich mit dem mitgelieferten Lightning auf USB Kabel aufladen. Das ist (im Gegensatz zur Apple Magic Mouse 2) auch während des Betriebs möglich. Eine volle Ladung benötigt laut Herstellerangaben etwa 2 Stunden und versorgt das Pad für einen Monat oder mehr mit Energie. Diese Werte kann ich bestätigen und zwar bei täglichem Gebrauch. Mein Trackpad hat erst nach 5 Wochen „Hunger“ angemeldet. Wenn der Strom knapp wird, erscheint das in der Mitteilungszentrale mit einer Pop-up Meldung. Die Systemeinstellung Trackpad zeigt den Ladezustand in Prozent an.

Die Lebensdauer des Akkus ist nicht bekannt; austauschen lässt er sich nicht. Weil hier viel weniger Strom verbraucht wird als bei einem iPhone, hoffe ich mal, dass er sehr lange hält. Das Magic Trackpad 2 lässt sich an der Rückseite mit einem kleinen Schiebeschalter für längere Deaktivierung ausschalten. Im normalen Gebrauch ist das wegen der automatischen Abschaltung im Ruhezustand nicht nötig.

 

Apple Magic Keyboard

Knapp einen Monat Erfahrung habe ich mit dem Magic Keyboard, dessen neue Version keine „2“ im Namen trägt. Vielleicht war der Vorgänger noch gar nicht magisch, ich weiß es nicht. Für mich war die Anschaffung reiner Luxus, nach dem Motto „Man gönnt sich ja sonst nichts“, denn den Bluetooth Vorgänger besitze ich seit beinahe 6 Jahren. Dieses Keyboard funktioniert noch tadellos und sieht aus wie neu.

Optisch passen Trackpad 2 und Magic Keyboard sehr gut zusammen. Das Trackpad hat die gleiche Tiefe wie die Tastatur und auch fast die gleiche Höhe. Wenn das Pad rechts neben dem Keyboard auf der Tischplatte liegt, verrutscht es nicht und beide Teile sehen aus wie eines. Zunächst ein typischer Fall von Haben-wollen-Syndrom, aber doch eine Anschaffung, die auch der besseren Technik wegen gerechtfertigt ist.

 

Höhenvergleich

Höhenvergleich

 

Der verbesserte Scherenmechanismus, der die Tastenstabilität um 33% verbessern soll, ist tatsächlich zu spüren. Die Tastatur ist sehr flach und man kann bequem darauf schreiben, während die Handballen auf der Tischplatte aufliegen. Ich habe noch nie so schnell geschrieben. Und mich noch nie so oft verschrieben! Die höhere Fehlerquote ist aber meine eigene Schuld, denn wenn ich spüre, wie schnell die Tastatur reagiert, sind die Finger manchmal den Gedanken voraus.

Auch das Keyboard wird mit einem nicht austauschbaren Akku betrieben und hat an der Rückseite den Lightning Port und den Ein/Aus-Schiebeschalte wie das Trackpad. Man kann ebenfalls beim Ladevorgang weiter arbeiten; das Lightning auf USB Kabel gehört zum Lieferumfang.

Wie beim Trackpad dauert das volle Aufladen des Akkus etwa zwei Stunden und es soll dann über Energie für einen Monat oder mehr verfügen. Ich besitze das Keyboard noch nicht so lange, dass es nachgeladen werden musste. Eine Prozent-Anzeige des Ladezustands in der Systemeinstellung Tastatur ist nicht vorhanden – warum eigentlich? In der Systemeinstellung lassen sich eigene Tasten-Kurzbefehle konfigurieren und bestehende teilweise ändern.

Das Tastatur-Layout

Where have all the widgets gone?

Mein „altes“ Keyboard hat eine spezielle Taste für das Dashboard, die ich sehr oft benutzt habe, um mich per Widget über das Wetter zu informieren, Maße und Gewichte umzurechnen, etwas im Wörterbuch nachzusehen und mehr. Ich habe den Eindruck, dass Apple das Dashboard stiefmütterlich behandelt, wenn nicht sogar abschaffen will. Die Taste F4, die dafür zuständig war und auch das Dashboard-Symbol aufgedruckt hatte, startet jetzt stattdessen das Launchpad. Beim neuen Keyboard ruft der Shortcut fn+F12 das Dashboard auf und die Widgets sind wieder da, aber eine spezielle Taste gibt es dafür nicht mehr.

Obwohl aktuelle Apple Computer kein optisches Laufwerk mehr eingebaut haben, gibt es noch oben rechts die Eject-Taste. Danke dafür!

Alle Funktionstasten sind größer geworden und ebenfalls die Pfeiltasten unten für links und rechts. Einige Symbole auf den Tasten sehen geringfügig anders aus als beim Vorgänger. Die Option-Taste hat kein „Weichen-Symbol“ mehr. Anstelle von Abkürzungen werden die Begriffe control, option und command ausgeschrieben.

 

Oben das ältere Bluetooth Keyboard, unten das Magic Keyboard

Oben das ältere Bluetooth Keyboard, unten das Magic Keyboard

 

Fazit

Wenn Apple nach Jahren beim Zubehör Neuerungen auf den Markt bringt, ist das mehr als Facelifting. Die auffallendsten neuen Features sind: Akkubetrieb bei beiden Geräten, Force Touch beim Magic Trackpad 2 und die verbesserte Tastenstabilität beim Magic Keyboard. Aber auch die kleinen Verbesserungen sind nützlich. Mit dem Magic Trackpad 2 kann ich sehr präzise arbeiten, ich benutze es auch für Logic Pro X. In Logic finde ich es sehr praktisch, dass ich mit Force Touch die Texteingabe zur Benennung von Regionen aktivieren kann, ohne erst das Text-Werkzeug aufzurufen.

Die Verarbeitung der Testobjekte lässt jeweils keine Wünsche offen, so wie ich es von Apple Produkten gewohnt bin. Eine Tastaturbeleuchtung wie bei den Mac Books gibt es nicht, persönlich vermisse ich die auch nicht. Die optische Aufwertung fällt besonders ins Auge, wenn man beide Geräte gemeinsam verwende, sodass sie wie eine Einheit aussehen. Die fest verbauten Akkus haben hoffentlich eine lange Lebensdauer!

Beide Apple Zubehör-Geräte sind sicher kein „must have“; wer nicht auf den Zahlenblock verzichten will, wird sowieso beim USB-Keyboard mit Kabel bleiben. Ich hoffe, mein kleiner Erfahrungsbericht kann für Leser, die sich für diese Teile interessieren, eine Entscheidungshilfe sein – so oder so.

Preise :

(Stand Februar 2016, Apple Online Store)

Apple Magic Trackpad 2 € 149,-

Apple Magic Keyboard € 119,-

 

Kundenrezensionen und Bestellmöglichkeit (und meistens niedrigere Preise) für das Magic Trackpad 2 hier bei Amazon*

Kundenrezensionen und Bestellmöglichkeit (und meistens niedrigere Preise) für das Magic Keyboard hier bei Amazon*

 

 

PS:

Ein kurzes Wort zum roten Hintergrund der Fotos. Das ist mein neuer Drucker-Tisch, der mit €9.90 etwas billiger war als die Apple-Teile. Quadratisch, praktisch, gut. Auspacken, 4 Beine anschrauben: Fertig ist der Lack!

Meine aktuellen Testberichte und mehr zum Thema Musik immer hier…

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*music-know nimmt am Amazon-Partner-Programm teil; dadurch ist es möglich, auf Banner-Werbung zu verzichten.

4 thoughts on “Test: Apple Magic Trackpad 2 und Magic Keyboard

  1. Jörn

    Deinen Test zu lesen bringt (wie immer) Spaß. Aber es klingt jetzt nicht so, als wenn deine neuen Sachen in den Zaubertrank gefallen wären (von wegen Magie). Da freue ich mich umso mehr über meine per USB „angebundene“ große Tastatur (mit Zahlenblock).

    Das Dashboard nutze ich recht oft. Ich rufe das mit der Maus auf. Mit 2 Fingern gleichzeitig nach rechts wischen.

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  2. Jürgen Drogies Post author

    Miraculix hat wohl nicht mitgeholfen, aber die beiden Teile gefallen mir trotzdem. Man darf das eben alles nicht so wörtlich nehmen. Apple müsste wohl eine größere Rückrufaktion starten, wenn aus den Lightning Anschlüssen plötzlich Blitze hervorschießen würden und Thunderbolt Gewitter zu jeder Jahreszeit auslösen könnte. Cupertino hat schon immer gern übertrieben. Vor vielen Jahren gab es das Gerät „Power CD“, eines der langsamsten CD-ROM Laufwerke überhaupt. In einem Anfall von Nostalgie habe ich übrigens das „music-knowhow“-Logo bis zum Erscheinen meines nächsten Beitrags geändert. Ob das jemandem auffällt? 🙂

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  3. Jörn

    Hallo Jürgen,

    das mit dem Logo ist mir tatsächlich nicht aufgefallen. Welcher nostalgische Grund steckt denn dahinter?

    Jörn

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  4. Jürgen Drogies Post author

    Als alter Apple-User (seit dem LC 2) habe ich mir den Scherz erlaubt und im Logo „music-knowhow“ die Schrift auf „Apple Garamond“ umgestellt. Das war vor vielen Jahren der Font, mit dem alle Apple-Produkte, Kartons und Manuals bedruckt waren. Bis zum nächsten Blog-Beitrag.

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