Test: Riffstation

By | 6. Februar 2013

Riffstation Lana

Die Riffstation kommt aus Irland und ist eine Software für Gitarristen und solche, die es werden wollen. Anfänger können damit Akkorde lernen und gleichzeitig zu den Musikstücken ihrer Wahl spielen, aber es gibt durchaus auch Funktionen, die für jeden Musiker nützlich sein können.

Was kann die Riffstation?

Bei der Riffstation handelt es sich um einen Player, der digitale Musik in allen populären Dateiformaten abspielen kann. Jeweils ein Song kann geladen werden, er wird dabei von der Software automatisch analysiert. Anschließend lassen sich Abspielgeschwindigkeit und Tonhöhe getrennt regeln. Abschnitte können als „Riffs“ aus der Aufnahme herausgeschnitten und in einer gewählten Reihenfolge zu einem neuen „Song“ arrangiert werden.

Die Bedienung

Alle Bedienelemente sind in einem horizontal dreigeteilten Fenster übersichtlich angeordnet. Oben wird immer der selektierte Ausschnitt der Wellenform der geladenen Audiodatei in Orange angezeigt Eine senkrechte weiße Linie markiert die Songposition. Direkt darunter erscheinen in kleinen Ovalen die Akkorde und darunter ist noch einmal eine verkleinerte Wellenformdarstellung des gesamten Songs. Der selektierte Bereich leuchtet orange und lässt sich mit der Zoom-Funktion über die gesamte Breite des Fensters anzeigen.

Die Ansicht im großen mittlere Bereich des Fensters wechselt, je nachdem welche Funktion gewählt wird. Riffstation bietet drei Grundfunktionen, Jam Master, Riff Builder und Chord Viewer.

Der untere Bereich hat eine Lautstärkeregelung für das Metronom, das einen angenehmen Klick erzeugt und zur Kontrolle dient, ob das Tempo exakt erkannt wurde.

Ein Display zeigt Position und Länge des gesamten Songs an, darunter sind Loop- und Abspiel-Buttons. Mit dem Volume-Knopf regelt man die Lautstärke (Ja, ich weiß, da kommt man auch von alleine drauf :-))

 

Der obere Abschnitt des Riffstation-Fensters.

Der Song Video Game von Lana Del Rey beginnt mit Akkorden ohne Schlagzeugbegleitung. Die Tempo-Erkennung hatte zunächst Schwierigkeiten. Während des ersten Abspielens war zu hören, wie sich das Metronom „herantastete“, bis es schließlich im Takt erklang.

Jam Master

Die Riffstation ist ein standalone-Programm, kein Plug-in.  Nach dem Start des Programms befindet man sich im Modus Jam Master. Das Laden einer Audiodatei funktioniert sowohl über das File-Menü, als auch per drag and drop. Ein 3-Minuten-Song wird innerhalb von Sekunden analysiert, es erscheint die Wellenform-Darstellung, die Kette mit den Akkordsymbolen und das Tempo in BPM.

In der Anleitung steht, dass das Programm mit künstlicher Intelligenz arbeitet und dass, genau wie bei menschlicher Intelligenz, Fehler möglich sind. Die genannte „Trefferquote“ von etwa 80% scheint zu stimmen.Lediglich Dur- Moll- und Septimakkorde werden angezeigt. Für die Akkorderkennung ist es nebensächlich, welche Instrumente im Song verwendet wurden. Wenn man nun mit dem eigenen Instrument dazu spielen will, bietet es sich an, in der Übungsphase das Tempo zu verringern. Das ist hier ohne Änderung der Tonhöhe möglich. Die Abspielgeschwindigkeit lässt sich stufenlos bis auf die Hälfte des Originaltempos herunter regeln. Auch eine Verdoppelung des Tempos ist möglich. Sollte der Song beispielsweise in Des-Dur erklingen, lässt sich die Tonhöhe mit dem Pitch-Regler einen halben Ton herunter drehen und man spielt dann bequem in C. Auch die Akkord-Namen werden automatisch in der neu gewählten Tonart angezeigt. Die Regelung umfasst +/- eine Oktave.

„Isolate“ bietet die Funktion an, den Sound einer Gitarre aus dem Musikstück zu isolieren. Das Ziel ist entweder, die Gitarre allein zu hören, um einzelne Noten besser erkennen zu können, oder den Titel als Playback ohne Gitarre ablaufen zu lassen und selbst dazu zu spielen. Ob das funktioniert, ist sehr stark vom jeweiligen Ausgangsmaterial abhängig. Die Regler „Width“, „Separation“ und „Filter“ richtig einzustellen, erfordert Fingerspitzengefühl. Perfekte Ergebnisse darf man hier nicht erwarten, aber zum Üben ist das auch nicht unbedingt nötig. Das ist im Prinzip so, als wenn man mit Hard- oder Software die Gesangsstimme aus einer Aufnahme (soweit wie möglich) entfernt, um das Playback für Karaoke zu benutzen.

Chord Viewer

Ich überspringe zunächst den Riff Builder, um den Zusammenhang zwischen Jam Master und Chord Viewer zu beleuchten. Hier wird zum ersten mal wirklich deutlich, dass es sich um eine Software für Gitarristen handelt. Alle Akkorde, die im analysierten Song erkannt worden sind, werden im Chord Viewer mit Griffbildern einschließlich Fingersatz dargestellt. Das ist sicher eine tolle Sache für Anfänger, die möglichst bald ihre aktuellen Lieblingstitel spielen möchten, anstatt der meistens etwas betagten Songs aus dem Gitarren-Übungsbuch. Im Bereich „Chords detected“ sieht man alle Akkorde, die im Song vorkommen, der Akkord an der aktuellen Position der Timeline wird groß angezeigt, „Next chord“ teilt mit, welcher Akkord danach kommt. „Chord Finder“ zeigt Griffbilder zu manuell ausgewählten Akkorden, ergänzend zu Dur und Moll und kleiner Septime darf es hier auch Sus4, Sus2, Maj7 oder Min7 sein. Aber, wie schon gesagt, dafür gibt es keine automatische Erkennung, man kann sich hier lediglich den Fingersatz für einen gewählten Akkord anzeigen lassen.

Chord Viewer, Linkin‘ Park, Burn it down

Riff Builder

Um ein- oder mehrtaktige Riffs zu üben, lassen sich Loops innerhalb der geladenen Audiodatei einstellen. Je 16 Loops können in 6 Bänken gespeichert werdem und lassen sich im integrierten „Song Builder“ in beliebiger Reihenfolge verknüpft abspielen. Das Ergebnis der Bastelarbeit lässt sich dann auf der Festplatte speichern. Auch im Riff Builder lassen sich Tempo und Tonart nach Wunsch anpassen. Am besten sieht man sich hierzu das Video an:

httpvh://youtu.be/-01wbL1tBbo

Fazit

Das Time Stretching funktioniert sehr gut. Die Soundqualität hält dabei dem Vergleich mit einem Programm wie Apple Logic durchaus stand. Die Tempoerkennung zeigte sich im Test ebenfalls als zuverlässig. Die Bedienung des Programms ist übersichtlich. Der Nutzen ist vielseitig. Für Gitarrenschüler kann ich es empfehlen, um Übungsstücke zu haben, die man wirklich spielen will, und die deshalb auch zum Üben motivieren. Wer als Musiker in einer Coverband spielt, kann mit Riffstation die Harmonien eines neuen Titels aus den Charts wahrscheinlich schneller heraus finden, als beim „Heraushören“. Das Programm ist ein nützlicher Helfer und zudem nicht teuer, eine 30-Tage Demoversion ist erhältlich. – Check it out!

Eine Burteilung des Updates von 2014 befindet sich hier:

RIFFSTATION UPDATE

Systemanforderungen

Mac OS X 10.6 und höher, auch 64-Bit

Windows XP, Vista, 7 und 8

Preis (Download): € 39,99

Hersteller und Shop: Riffstation

Das Programm läuft seit dem 18.10.2014 nach einem Update am Mac auch unter OS X 10.10. Yosemite. Yosemite Update

Meine aktuellen Testberichte und mehr zum Thema Musik immer hier…

Ein vollständiges Inhaltsverzeichnis meiner Artikel auf facebook hier…

12 thoughts on “Test: Riffstation

  1. Pingback: Update: Riffstation 1.5 › Juergen

  2. Steffen Baraniak

    Hallo. Habe eine Frage zu der Riffstation.
    Wenn ich die Riffstation auf mein Computer geladen habe, kann ich die dann auch noch auf mein Laptop laden oder muss ich die dann noch mal kaufen?
    Gruß Steffen

    Reply
  3. Steffen Baraniak

    Hallo.
    Kann mann das Programm auch auf ein Samsung Tablett spielen?
    Danke für die Info.
    Mit freundlichen Grüßen
    Steffen Baraniak

    Reply
  4. juergen Post author

    Hallo Steffen,
    Das geht leider nicht. Tablets haben spezielle Betriebssysteme, iOS für iPad und Android für die meisten anderen Geräte. Riffstation gibt es nur für Mac OS und Windows.
    Gruß
    Jürgen

    Reply
  5. Freddy Jansen

    Seltsam!
    Die Demo Version funktioniert mit Drag & Dro.
    Die Kauf Version aber nicht!

    Reply
    1. Jürgen Drogies Post author

      Hallo Freddy,
      bei mir funktioniert auch die Kaufversion mit Drag and Drop (Mac OSX El Capitan).
      Wende dich am besten an den Support!
      Gruß
      Jürgen

      Reply
      1. Freddy Jansen

        Hallo Jürgen,
        Drag and drop funktioniert. Ich habe zuerst mit dem Dateityp .m4p probiert. Die kann eh nur mit itunes gespielt werden. Mp3 Daten gehen.

        Gruß
        Freddy

        Reply
  6. Siegfried Talke

    Hallo Jürgen,
    ich habe ein Problem mit der Riffstation 1.5 auf meinem Windows Laptop.
    Das gute Programm hatte ich letztes Jahr gekauft. Aufgrund eines Fehlers in Windows musste
    ich meinen Rechner neu einrichten. Riffstation hatte ich wieder installiert. Bei der Eingabe der
    mitgelieferten Reg-Nummer zeigt nun Riffstation an, dass er diese Reg nicht annimmt.
    Was kann ich tun?

    Gruß Siggi!

    Reply
  7. Andreas

    Kann ich mit der App auf dem IPad MP3 abspielen lassen wie auf dem Windows PC?
    Danke für eine Rückinfo.
    Gruß Andreas

    Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.