Test: Logic Pro X 10.1 Update (Teil 1) Drum Machine Designer

By | 26. Januar 2015

Sogar das Logic-Logo wurde mit upgedatet! Beim ersten großen Update, mit einer „1“ an der ersten Stelle nach dem Dezimal-Punkt, darf man einiges erwarten…

Was geht? Wie geht’s? – Wo steht’s?

Die Liste der Neuerungen ist lang und im ersten Augenblick unübersichtlich. Ich habe mir die Manuals (Benutzerhandbuch/Effekte/Instrumente) neu herunter geladen, allerdings konnte ich die neuen Funktionen darin nicht entdecken. Das war am 26.01.2015, wahrscheinlich wird es zu einem späteren Zeitpunkt auch dort ein Update geben. Hier schon mal der Link zu den genannten PDF-Handbüchern.

Help!

Im Hilfemenü des Programms findet man aber erwartungsgemäß die gesuchten Informationen. Allerdings vermisse ich eine Beschreibung „Was ist neu in 10.1?“. Der Menüpunkt „Aktuelle Informationen“ im Logic-Hilfe-Menü  verlinkt allerdings zu einer ausführlichen Liste der Neuerungen, wenn auch ohne Abbildungen und Bedienungsanleitung und zu einer Aufstellung behobener Bugs aus der Vorgängerversion. Hier der direkte Link.

Wie immer spricht die Logic Pro Hilfe die Landessprache und erklärt alles anhand von Abbildungen ausführlich und verständlich. Leider kann man im Hilfe-Programm die Schrift nicht vergrößern. Die Monitordarstellung zu zoomen finde ich nicht praktisch – gibt es für die Hilfe vielleicht einen Trick, den ich nicht kenne?

Was zuviel ist, ist zuviel!

Wegen des großen Umfangs dieses Updates schreibe ich einen Test in Fortsetzungen. So kann ich meine Eindrücke und Erfahrungen schnell mit meinen Blog-Lesern teilen. Wer die Artikel später liest, findet jeweils am Ende einen Link zum nächsten Kapitel.

Zuerst nun der „Drum Machine Designer“. Um die Software im vollen Umfang verwenden zu können, müssen „Zusätzliche Inhalte“ herunter geladen werden. Dieser Download erfolgt aus Logic heraus:
Menü LOGIC PRO X (ganz oben links neben dem Apfel) -> ZUSÄTZLICHE INHALTE LADEN
Im Fenster der Inhalte sind die fehlenden schon mit Häkchen versehen.
Alles zusammen dauert auch mit DSL 16 mindestens  1 Std. (4 GB).

Das Abbild der Akai MPX 3000 – das Icon für den Drum Machine Designer

Das Abbild der Akai MPX 3000 – das Icon für den Drum Machine Designer

The beat goes on

Gleich 10 neue Drummer hat Apple spendiert, davon spielen die meisten in den Abteilungen EDM und Hip-Hop. Für die Elektrobeats gibt es neue Drum Machines und den Drum Machine Designer.

Julian

Julian

 

Nachdem ich eine Drummer-Spur vom Typ „Elektronisch“ erzeugt habe, wähle ich aus den 5 Schlagzeugern – oder besser Beat Programmierern –  dieses Genres Julian aus. Sein Groove „After Party“ wird zum ersten Hörbeispiel. Na dann: „Get the party started“ – nach der Party ist immer vor der Party!

 

Presets & Performance Edit

Individuelle Eingriffe in die Spielweise sind jederzeit möglich, das geht im Editor genau wie beim bekannten Drum Kit Designer.

Die Klangquelle ist hier aber kein akustisches Drum Kit, sondern eine Drum Machine. Der Channel-Strip, der automatisch erscheint, enthält bereits eine Anzahl von Plug-ins als Insert Effekte. Davon sind einige, sinnvoller Weise mit moderaten Einstellungen, schon aktiv (Multipressor, Compressor, AutoFiler, Ensemble, Channel EQ). Andere nehmen erst Einfluss auf den Sound, wenn man den Effekt hochregelt (Stereo-Delay, Reverb). Man kann das so übernehmen oder nach eigenen Vorstellungen ändern; möglicherweise ist ein Send-Effekt beim Hall sinnvoller als ein Insert-Effekt.

Channel Strip im Mixer

Channel Strip im Mixer

Wie in der Abbildung oben sieht die  Mixer-Ansicht aus, wenn in der Kopfleiste über den Channel-Strips „Spuren“ eingestellt ist.

Multi-Channel Einstellung

Multi-Channel Einstellung

 

Die Optionen „Einzeln“ und „Alle“ lassen für jeden Drumsound einen Einzelkanal erscheinen, wodurch die Möglichkeiten beim Mix enorm erweitert werden. Ob man das immer braucht, weiß ich nicht, denn die Smart-Controls zum Plug-in bieten auch schon viele Eingriffsmöglichkeiten. Eine Möglichkeit wäre, für Einzelsounds unterschiedliche Halltypen und -Anteile einzustellen.

 

Grid + Smart Controls

Grid + Smart Controls

 

Das Plug-in Fenster öffnet sich nach einem Klick auf „DrmMchn“ im Input-Slot des Channel-Strips oder nach Klick auf die Plug-in-Taste unten auf der Visitenkarte des Drummers. Viele Leser kennen sicher „Battery“ von Native Instruments. Beinahe genauso verhalten sich die „Zellen“ des „Drum-Grid“ im oberen Teil der Grafik. Ein Klick auf eine Zelle lässt den Sound erklingen und man kann die Zellen stumm- oder auf Solo schalten. Man kann sie verschieben und wenn eine Sequenz abläuft, „leuchtet“ die jeweils aktive Zelle.

Darunter befinden sich die „Smart Controls“. Dort lässt sich unter der Bezeichnung MIX der Pegel gruppenweise einstellen: EFFECTS erklärt sich selbst. Mit den blauen Buttons neben den Drehreglern kann man den jeweilige Sound oder Effekt stumm schalten.

 

07-edit-snaresound

Wenn eine Zelle angeklickt wird (in der Abb. oben die Snare), ändern sich die Regler der Smart-Controls und alle Einstellungen beziehen sich dann auf das ausgewählte Instrument. Ein Klick auf die Kopfleiste des Fensters mit dem Drum-Machine-Symbol bringt die globalen Smart Controls zurück. In diesem Modus kann man durch Doppelklick auf ein Kit in der Bibliothek das aktuelle austauschen. Entsprechen funktioniert es im Einzelsound-Modus (wie in der Abbildung) mit einzelnen Drumkit-Bestandteilen, so dass sich auch ein völlig eigenes Drumkit aus der reichhaltigen Auswahl zusammenstellen lässt.

Die Groove-Programmierung mit dem „Drum Machine Designer“ entspricht der Handhabung des „Drum Kit Designers“, Näheres dazu hier…

Auf die vorprogrammierten Beats kann man natürlich auch verzichten, und die Drum Machines wie andere Instrumente in Logic verwenden. Neue Methoden um Noten im Pianorollen-Editor einzufügen erleichtern das sogar, im nächsten Test-Kapitel werde ich darauf eingehen.

Jetzt noch 3 Beispiele zum Anhören. Ich habe jeweils Factory-Presets in der Grundeinstellung verwendet und keine weitere Klangbearbeitung vorgenommen. Die ersten beiden gehören zum Genre „Elektronisch“, das dritte zum Bereich „Hip-Hop“.

 

 

 

 

Fazit

Die Drum Machines bringen viel Spaß, wenn man Maschinen-Grooves mag. Die Sounds klingen für mich alle amtlich und hochwertig. 167 MB zusätzlicher Inhalt wurden mit Logic Pro X 10.1 in der Kategorie „Drum Machine“ installiert. Das klingt nicht nach sehr viel, allerdings muss man bedenken, dass es sich um sehr kurze Sounds handelt. „Reale“ Drum Machines, die hier emuliert werden, verfügen auch nicht über ausgefeilte Layer- und Round-Robin-Technik und entsprechend gering ist der Speicherbedarf.

Ich kann leider nicht beurteilen, ob die neue Software, abgesehen von den Factory-Grooves, wirklich eine erhebliche Verbesserung darstellt. Ich benutze nicht sehr oft Elektro-Drums, wenn doch, fand ich das Angebot von Logic Pro immer schon gut. Das Plug-in „Ultrabeat“ hat schon seit vielen Jahren ein tolles Sound-Potential und dazu Lauflicht-Programmierung im Retro-Stil.

MIt „Drum Machine Designer“ lassen sich Elektrobeats auf die gleiche Weise produzieren, wie akustische Drumtracks mit dem „Drum Kit Designer“. Die einheitliche Bedienung vereinfacht den Workflow. Die dazugehörenden Grooves lassen sich mit X/Y-Pad des Drummer-Editors in Lautstärke und Komplexität steuern. Da das Update kostenlos ist, kann man sich die Beurteilung der Preis-Leistungsverhältnisses sparen und sich einfach über die neuen Möglichkeiten freuen.

Im zweiten Teil meines Tests geht es um neue Funktionen im Pianorolleneditor, das Pinselwerkzeug, neue Ansichts-Optionen, die neuen Funktionen Notenwiederholung und Punktuelles Löschen. Außerdem eine Beschreibung mit Screenshots und Audio-Beispielen zum Thema Intelligenten Quantisierung.

Fortsetzung: Teil 2

Ich habe zwei empfehlenswerte Bücher zu Logic Pro X unter die Lupe genommen:
Logic Pro X von David Nahmani
Logic Pro X von Heiner Kruse

 

Meine aktuellen Testberichte und mehr zum Thema Musik immer hier…

 

Ein vollständiges Inhaltsverzeichnis meiner Artikel auf facebook hier…

8 thoughts on “Test: Logic Pro X 10.1 Update (Teil 1) Drum Machine Designer

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  7. Michael Bytner

    Apple Logic, NEIN DANKE!.
    Ich finde, dass jeder Musiker sich von Logic aus Prinzip verabschieden sollte.
    Apple verhält sich wie ein Drogendealer, der Stoff wird immer schmackhafter gemacht damit man an der Spritze hängen bleibt.
    Das gleiche passiert mit iPhone/iPad Kunden, die kaufen Unmenge Software und bleiben für die Zukunft gefesselt an iTunes/AppStore Leine.
    Ein durchdachtes Ökosystem, dessen Leine wir uns freiwillig an den Hals legen, merkt das eigentlich keiner???
    Logic Pro X Systemvoraussetzung ist Mavericks OS, aber beim ersten Intel Mac Pro ist bei Mountain Lion Schluss obwohl es auch ein 64bit Mac ist.
    So ein Zufall, was macht also ein versierter Logic User, er schmeisst sein alten Intel Mac Pro für dem er tausende von Euro zahlte halt weg.
    Es gibt ja wieder neue Mac Pro’s für die man 4000 Euro und mehr ausgeben kann, Hauptsache die Kohle fliesst in den Hals bei Cupertino.
    Die neuliche Aktion mit Camel Audio ist doch nur eine Bestätigung von aggressiven und Geldgierigen Politik von Apple.
    Ich habe alle Produkte von Camel Audio, alle Soundbanks usw., habe es immer wieder nachgekauft bis ich alles hatte.
    Schätze, dass ich insgesamt etwa 2000 Euro da reingesteckt habe, doch der Geldgieriger Camel Audio Gründer hat mein Vertrauen mit Füssen getreten.
    Jetzt habe ich Software, die ich vielleicht in wenigen Jahren in die Tonne kloppen kann aufgrund von zukünftigen OS-Inkompatibilitäten.
    Von mir aus kann Apple noch Native Instruments, U-HE usw. kaufen und dessen Produkte in Logic implementieren und den Preis noch halbieren.
    Ich würde mich Hütten auf diese Trickserei reinzufallen und mich von einen Sequenzer abhängig machen, dessen Hersteller jeglichen Mass an Geldgier verloren hat.
    Hier noch etwas interessantes wie die Apple-Heuschrecke mit damaligen Emagic Distributoren umgegangen ist bzw. „entsorgt“ hat:

    http://www.mactechnews.de/news/article/Apple-beendet-Zusammenarbeit-mit-emagic-Distributoren-132115.html?comments=visible&page=last

    Reply
  8. DerVersteher

    Den Ärger kann ich gut verstehen, doch es ist seit vielen Jahren bekannt, dass Apple regelmäßig alte Zöpfe abschneidet. Neue Instrumente und PlugIns werden stets leistungsstärker, alles schreit nach RAM und CPU Power.

    Dass aufgrund der geforderten Rechenleistung irgenwann ein betagter Mac nicht mehr berücksichtigt werden kann dürfte auch klar sein. Sicherlich könnte man jetzt debattieren ob die Henne oder das Ei (Rechnerpower oder Software) mehr fordert, was jedoch letztendliche unerheblich sein wird, wir leben in der Konsumwelt die von Erneuerungen lebt.

    Was jedoch nicht OK ist, ist sich über die Harware aufzuregen aber auf der anderen Seite ständig das Neueste haben zu wollen. Auch alte Systeme können gute Dienste leisten. Dem Song selbst dürfte das völlig egal sein. Nicht das neueste PlugIn oder Programm ist Garant für den Erfolg sondern derjenige, der vor der Kiste sitzt.

    Ja, ich habe Mac`s seit dem Umax Clones. Und ja ich habe alle Versionen von Emagic`s Logic und später von Apple gekauft, und ja, auch immer wieder neue Rechner. Wer mithalten möchte muss investieren. Schliesslich kann man auch nicht von einem 30 Jahre alten Auto erwarten, dass er die Anforderungen von heute erfüllt.

    Und ja, es werden Abhängigkeiten geschaffen, wo man hinsieht, Apple ist lange nicht der einzige.

    Wenn ich mir die Hardwareprobleme einiger Nicht Apple User anschaue stelle ich mir die Frage, ob ich arbeiten möchte bzw. kann oder ständig mit Hardware und Treiberpüroblemen zu tun haben möchte. Pauschalisieren möchte ich keinesfalls, es gibt auch sehr gute Systeme ausserhalb der Applewelt. Und dennoch gefällt mir die Anwenderfreundliche Basis von Apple. Plug & Play. Nicht immer ist das selbstverständlich.

    Apple jedoch als einzigen Bösen Buben hinzustellen halte ich schlichtweg für falsch. Wie seiht es denn mit der Datenspeicherung deines Telefonabieters aus, dem Mobilfunkanbieter, ständig neuen Windows Updates, Patches, weiß der Himmel was einem alles aufgrdrückt wird.

    Die Philosophe der Bindung enspricht eher dem heutigen Zeitgeist. Und Apple versteht es nur zu gut das auch auch richtig umzusetzen.

    Jeder hat die Wahl, der virtuellen Welt sehen ja die analogen Instrumente gegenüber.

    Grüße

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