Test: IK Multimedia AmpliTube 3 – Neue Amps und Stomps

By | 16. Juni 2014

Engl Amps und Wampler Pedale ergänzen das reichhaltige Angebot von Modulen für AmpliTube 3. Als Zeichen für originalgetreue Emulationen erscheinen wieder einmal die Markennamen der Originale auf dem Monitor.

Marshall, Fender, Orange oder auch bekannte Musiker wie Slash waren schon damit einverstanden, dass Software von IK Multimedia ihren Namen trägt, Wampler und Engl gehören nun auch dazu. Bekannte Namen können Interesse wecken – überzeugen muss aber das Produkt mit Sound und praktischer Bedienbarkeit.

AmpliTube 3

Die aktuelle Version der Verstärker- und Effekt-Simulations-Software umfasst einen Gerätepark von mehr als 250 Modellen. 24 davon findet man allein schon in der kostenlosen Version AmpliTube Free, die alle Funktionen ohne Einschränkungen bietet. Hat man diese einmal installiert, kann man mit Hilfe des „Custom Shops“ direkt aus dem Plug-in oder der standalone-Version heraus mehr „Gear“ hinzukaufen. Man muss aber niemals „die Katze im Sack“ kaufen, sondern kann alles 72 Stunden lang testen. Die Testphase kann zudem pro Gear Model alle 6 Wochen wiederholt werden. Zu AmpliTube Free gehören ein chromatischer Digital-Tuner, 9 Pedale, 4 Amps, 5 Lautsprecher-Boxen, 3 Mikrofone und 2 Rack-Effekte.

IK AmpliTube 3 standalone

IK AmpliTube 3 standalone

 

Die Grafik unten zeigt den Signalfluss. Zwei parallele Signalketten können aus Stomp-Effekten, Amps, Boxen, Mikrofonen und nachgeschalteten Effekten gebildet werden. AmpliTube 3 funktioniert standalone und als Plug-in in allen gängigen Formaten im 32- und 64-Bit Modus.

Die Signalkette in AmpliTube 3

Die Signalkette in AmpliTube 3

 

Wampler

Nein, Wampler sind nicht diese komischen Tiere, die im australischen Busch leben. Es handelt sich um eine renommierte Firma, die Effektpedale herstellt und zwar edle Geräte, von denen es sogar Signature-Modelle gibt, die bekannten Gitarristen gewidmet sind.

Wampler Pinnacle DeLuxe

Wampler Pinnacle DeLuxe

 

Wampler Pinnacle DeLuxe

Das Gerät wird auch als „Amp-in-a-Box“ bezeichnet. Neben dem Overdrive-Effekt ahmt es den Klang von Marshall-Verstärkern der 70er- und 80er-Jahre nach, den typischen „Brown Sound“. Schon eine geringe Drehung an einem der vier Regler führt zu deutlichen Soundveränderungen, so dass flexible Klänge von „Crunch“ bis „Hi-Gain“ erzeugt werden können. Neben dem Verzerrgrad „Gain“ lässt sich mit „Tone“ und „Contour“ kräftig an den Obertönen schrauben. Der Schalter „Vintage/Modern“ ändert den Charakter von warm zu „in the face“.

Für das erste Hörbeispiel habe ich mir einen Verstärker aus der Fender-Collection ausgesucht. Ich besitze einen Fender Bandmaster aus den 70ern. Weil dieses Modell virtuell nicht verfügbar ist, habe ich den Twin Reverb verwendet, der in der Bedienung identisch ist und auch sehr ähnlich klingt.

AmpliTube Fender-Collection: Twin Reverb

AmpliTube Fender-Collection: Twin Reverb

 

 

Im folgenden Soundbeispiel hört man eine „clean“-Einstellung, im zweiten Abschnitt mit zugeschaltetem Wampler Pinnacle DeLuxe. (Gitarre: Fender Telecaster)

 

Auch wenn bereits ein Marshall-Amp verwendet wird, lässt sich der Sound mit dem Pinnacle weiter „boosten“. Dieser Amp gehört zur „Slash“ Collection, erkennbar am Logo des Gitarristen.

AmpliTube 3 Collection "Slash", Marshall Amp

AmpliTube 3 Collection „Slash“, Marshall Amp

 

Die beiden nächsten Beispiele wurden mit einer Gibson Les Paul gespielt. Im zweiten Abschnitt wurde das Pedal eingeschaltet.

 

Bei der Sologitarre gibt es drei Abschnitte: Gitarre ganz ohne Plug-in, mit Marshall und Marshall plus Wampler.

 

Pinnacle DeLuxe gefällt mir  sehr gut, ich habe bei meinen Soundbeispielen jeweils die Grundeinstellung etwas zurückgenommen – aber: Da geht noch mehr!

Wampler Chorus/Vibrato-Pedal "Nirvana"

Wampler Chorus/Vibrato-Pedal „Nirvana“

 

Wampler Nirvana

Dieses Chorus-Pedal hat einige besondere Features. Mit dem „Intensity“-Schalter lassen sich drei unterschiedliche Intensitäts-Bereiche wählen, innerhalb deren man dann mit „Depht“ die Stärke der Modulation einstellt. Der „Tone“-Regler erlaubt flexible Klanggestaltung und mit dem „Vib“-Schalter lässt sich der Originalton ausschalten, so dass nur noch das bearbeitete Signal mit schwebendem Vibrato zu hören ist. „Rate“ sorgt für die Modulations-Geschwindigkeit.

 

 

 

Ein Fender TBP-1, eigentlich ein Bassverstärker, sorgt für einen angenehmen, unverzerrten Sound.

AmpliTube 3 Fender Collection, Bassamp TBP

AmpliTube 3 Fender Collection, Bassamp TBP

 

 

Die Fender Stratocaster wird nach 8 Takten mit Chorus versehen:

 

Hier die Les Paul, einmal ohne, dann nacheinander mit zwei verschiedenen „Nirvana“ Sounds:

 

Auch das Wampler „Nirvana“ überzeugt mich durch sehr sauberen und flexiblen Klang.

 

Engl

In Tittmoning baut das deutsche Unternehmen Engl seit 1983 Gitarrenverstärker, die vor allem im Hardrock- und Heavy-Metal-Bereich bliebt sind. Zwei Modelle sind jetzt im IK Multimedia Custom Shop eingezogen, mit passenden Lautsprecherboxen als Ergänzung. Sowohl der „Powerball“ als auch der E650 besitzen zwei Kanäle und so viele Einstellmöglichkeiten, dass ich jedem Interessenten rate, das jeweilige Demo auszuprobieren. Ich habe bei den folgenden Beispielen nur Presets verwendet, die ich allesamt sehr gelungen finde.

Engl Verstärker E650

Engl Verstärker E650

 

Die Stratocaster ist mit dem E650 zu hören:

 

Eine kurze Solo-Passage (Gitarre: Les Paul) über den E650:

 

Engl Verstärker "Powerball"

Engl Verstärker „Powerball“

 

Die selbe Gitarrenaufnahme, jetzt mit Engl „Powerball“:

 

Hier noch einmal „Powerball“-Klänge. Beginnend mit „clean“ steigert sich der Grad der Verzerrung. (Gitarre: Stratocaster):

 

 

Fazit

Sowohl die neuen Wampler Pedale als auch die Engl Amps konnten mich voll überzeugen. Die Stomp Effekte bieten mehr als das Übliche, jede kleine Drehung am Regler bringt neue Soundvariationen hervor. Die beiden Verstärker haben einen Klangcharakter, der sie von Marshalls und anderen Power-Amps unterscheidet, diese aber auch nicht überflüssig macht. Ich habe für meine Beispiele drei verschiedene Gitarren verwendet und konnte feststellen, wie unterschiedlich sie auch bei Verwendung von AmpliTube klingen. Die Software ist also keineswegs ein „Gleichmacher“, sondern erhält den typischen Charakter des Instruments wie eine reale Verstärkeranlage.

Noch ein paar Worte zu „Custom Shop“ und „Credits“

Als vor einiger Zeit im IK Multimedia Custom Shop die „Credits“ eingeführt wurden, erinnerte mich das an Science-Fiction Storys. Tatsächlich handelt es sich um eine Art weltweiter „Währung“. Man kauft „Credits“ mit der eigenen Landeswährung und bezahlt dann per Mausklick aus der Software heraus, die gleichzeitig mit dem Kauf freigeschaltet wird. Wer viele Credits kauft, bekommt Rabatt. Für € 15,99 bekommt man 20 Credits, für den Höchstbetrag von € 639,99 gibt es 1500 Credits, man spart dabei also mehr als die Hälfte. Eine Tabelle mit allen 10 angebotenen Credit Packs findet man hier:

Info Custom Shop

Ein Zahlenbeispiel: Die aktuelle Vollversion Amplitub 3 mit 160 Gear Models kostet € 159,99 oder 250 Credits. Genauso viel kostet ein Credit Pack mit 300 Credits. Hat man diesen erworben, bleiben noch 50 Credits für weitere Einkäufe übrig.

Systemanforderungen AmpliTube 3:

Mac und Windows kompatibel, unterstützt jeweils auch 64-Bit Modus.
Plug-in Formate: VST, RTAS, AAX, AU

Preise:

  • Wampler Pinnacle DeLuxe     20 Credits
  • Wampler Nirvana         20 Credits
  • Engl E650                 30 Credits
  • Engl Powerball             30 Credits

Website des Herstellers: IK MULTIMEDIA

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