Test: Synchro Arts Revoice Pro 3.3

By | 21. April 2017

Revoice Pro 3.3 von Synchro Arts ist ein Spezialprogramm zur Bearbeitung der Zeitposition, Tonhöhe und Lautstärke von Audiosignalen. Aufnahmen von Gesang, Sprache und monophonen Instrumenten lassen sich optimieren.

Was ist neu in V3.3?

Die Version 3.3 bietet einen schnelleren Datenaustausch mit Studio One und Logic Pro. Die Bearbeitungsqualität sowie die Darstellung von Editier-Vorgängen wurden verbessert. Zischlaute werden automatisch erkannt und können sofort bearbeitet werden. Im Display Editing Strength wird die Stärke der Bearbeitung an der jeweiligen Position angezeigt.

Weil das Programm auf music-knowhow bisher noch nicht getestet wurde, folgt hier ein ausführlicher Testbericht.

 

Revoice Pro 3.3

 

Bevor man ReVoice Pro ausprobiert, sollte man sich die Bedeutung der Begriffe APT, Guide, Dub und Warp innerhalb des Programms merken, die hier erklärt werden:

Was kann Revoice Pro?

  1. APT (Audio Performance Transfer)
    APT überträgt Timing, Tonhöhen und/oder Lautstärke-Charakter eines Guide Audiosignals auf ein Zielsignal, das hier Dub genannt wird. Die dabei verwendete Timing-Funktion entstammt dem Programm VocALign des gleichen Herstellers. Ein Guide kann seine Eigenschaften gleichzeitig auf mehrere Dubs übertragen. Der APT-Prozess erzeugt zu jedem Dub ein gerendertes Output-Signal, also eine neue Datei.
  2. Doubler
    Natürlich klingende Dopplungen des Input-Signals werden erzeugt. Mehrere Dopplungen können gleichzeitig generiert werden.
  3. Warp
    Zeitposition, Tonhöhe und Lautstärke von Stimmen und monophonen Instrumenten können manuell oder automatisch manipuliert werden.
  4. Spectrum Analyser
    Grafische Darstellung des Frequenzspektrums und Spektorgramm

Synchro Arts verspricht, dass der Anwender Stunden des langweiligen Editierens von Audiomaterial einsparen kann und besonders hochwertige Ergebnisse in einem Bruchteil der normalen Zeit erzielt werden können. Bevor es so weit ist, muss man sich aber mit der Bedienung vertraut machen; etwas Einarbeitungszeit ist nötig.

 

Wie funktioniert Revoice Pro?

Die einzelnen Aufgaben, die das Programm erfüllt, lassen sich im Prinzip auch mit jeder der führenden DAWs wie Cubase, Pro Tools oder Logic ohne zusätzliche Software durchführen. Aber wer möchte nicht Zeit sparen und gleichzeitig noch bessere Ergebnisse erzielen, als es mit den Bordmitteln der DAW geht?

Revoice Pro ist ein Stand-Alone Programm. Man kann es einfach per drag and drop mit Audiomaterial „füttern“ oder das zugehörige Link Plug-in zum Audio-Import aus der DAW verwenden. AIF und WAV.-Dateien sind gleichermaßen geeignet. Gegenüber DAW-integrierten Funktionen, wie Logics Flex-Time und Flex-Pitch, ist das zunächst umständlicher und zeitaufwändiger. Allerdings wird bei Logic immer die gesamte Spur auf „Flex“ geschaltet, in Revoice Pro lassen sich gezielt Abschnitte bearbeiten. Während man in Revoice Pro arbeitet, kann man sich allein auf dieses Programm konzentrieren und wird nicht durch die komplexe DAW-Umgebung abgelenkt. Das ist durchaus ein Vorteil, wenn das Projekt schon viele Spuren und Plug-ins enthält. Anwender mehrerer Audio-/Video-Programme mit unterschiedlich konzipierten Editier-Funktionen finden in Revoice Pro eine einheitliche Arbeitsumgebung.

Die APT-Funktion erlaubt es, in einem einzigen Prozess beliebig viele Dub-Spuren an eine Guide-Spur anzupassen. Das ist natürlich ein tolles Feature, wenn man Chor-Spuren zu bearbeiten hat!

Jeder APT– oder Warp-Prozess erzeugt als Ergebnis eine neue Spur oder mehrere Spuren mit eingerechneter Bearbeitung. Diese müssen wieder zurück in die DAW, um die nicht korrigierten Spuren oder Regionen zu ersetzen. Am einfachsten geht das per drag and drop, wobei man meistens nicht einmal besonders auf die genaue Positionierung achten muss, weil sich diese per Tastenbefehl oder Funktions-Auswahl automatisch wieder herstellen lässt. In Logic Pro X heißt der Befehl „Zur Original-Aufnahmeposition bewegen“.

 

Revoice Pro in der Praxis

Ich habe für diesen Test Logic Pro 10.3.1 unter MacOS Sierra 10.12.4 benutzt. Einige Beispiele zeigen deshalb Werkzeuge und Bedienelemente von Logic. Die einzelnen Vorgänge lassen sich aber auf ganz ähnliche Weise mit anderen Programmen auf Mac- oder Windows-Rechnern durchführen. Ich berichte häufig über Logic Updates, deshalb werden viele meiner Leser ebenfalls Logic Anwender sein. Aber natürlich funktioniert die Zusammenarbeit von Revoice Pro mit Cubase, Nuendo, Pro Tools, Studio One und anderen DAWs genauso gut. (Eine vollständige Liste findet sich auf der Website des Herstellers.)

 

Erst einmal richtig singen!

Für meine Beispiele habe ich mir Vocal-Tracks ausgesucht. Weil ich kein urheberrechtlich geschütztes Material verwenden kann, habe ich zu einem „Traditional“ gegriffen. Als Sänger wurde ein Mitglied des Shanty-Chors „Eisberg voraus!“ engagiert, der nach einigen Gläsern Rum mit der Navigation zwischen Intonation und Timing nicht mehr klar kam. So sollte es sein! Im „richtigen Leben“ wird man natürlich schon bei der Aufnahme das Beste herausholen und später nur kleine Korrekturen vornehmen, aber ich wollte besonders hohe Anforderungen an die Software stellen.

Im ersten Hörbeispiel gibt es vier Spuren. Die Melodie ist nicht erkennbar, das Timing chaotisch.

 

My first Warp

Die Warp-Geschwindigkeit des Raumschiffs Enterprise ist hier nicht gemeint. Der Begriff warp hat im Englischen zahlreiche Bedeutungen, „sich verformen“ erscheint mir hier am besten zu passen.

Eine der Warp-Funktionen in Revoice Pro ist das Pitch-Editing, die Manipulation der Tonhöhe. Für mein Vorhaben, einen 2-stimmigen Chor mit insgesamt 8 Spuren aufzubauen, brauche ich zunächst jeweils einen „sauberen“ Guide-Track für die hohe und die tiefe Stimme.

Ich habe mit der tieferen Stimme begonnen, die nur die Noten D und C enthalten soll. Für den ersten Schritt, einen brauchbaren Guide Track zu erstellen, habe ich eine Spur ausgewählt, die einigermaßen gut im Rhythmus passt. Hundertprozentig exakt wollte ich es nicht haben, damit das Ergebnis nicht zu künstlich klingt. Für den Export aus Logic wurde die Funktion „Auswahl basierte Verarbeitung“ aus dem Menü „Funktionen“ verwendet. (Schnell geht das mit Klick auf die ausgewählte Region plus Zusatztasten Alt+Shift+P.) Im Pop-Up wurde dann unter  „Plug-ins A“ das Plug-in „Revoice PR“ aufgerufen, das bei der Installation von Revoice Pro mit installiert worden ist.

 

Plug-Ins für „Auswahl basierte Verarbeitung“ beziehen sich in Logic auf Regionen.

 

Durch einen Klick auf „Anwenden“ wird die Audio-Datei in Revoice Pro importiert und die Wellenform-Darstellung erscheint grün.

 

Wellenform in Vollbild-Darstellung (kleiner gelber Button oben in der Leiste links) mit Kontext-Menü

 

Sehr viele Aktionen lassen sich in Revoice Pro mit Tastatur-Kürzeln oder über Kontext-Menüs aktivieren, die mit der rechten Maustaste aufgerufen werden.

Nach Rechtsklick auf die Wellenform wähle ich die letzte Option Make Warp Region aus dem Kontext-Menü. Kurze Abschnitte der Wellenform erscheinen jetzt hellblau bis grau. Das sind nicht-tonale Anteile, wie Atemgeräusche und Zischlaute.

 

Warp-Region mit Darstellung der Tonhöhe

 

Die eigentlichen Töne werden als hellgraue Balken dargestellt. Linien zeigen den genauen Tonhöhen-Verlauf innerhalb jeder Note an. Die Balken lassen sich mit der Maus horizontal (Zeitposition) und vertikal (Tonhöhe) verschieben. Die zugehörigen Bearbeitungswerkzeuge, z. B. zum Schneiden oder zum Glätten von Übergängen, werden wieder über Rechtsklick oder Tastenkürzel gewählt. Mehrere, mit Shift oder Lasso-Auswahl selektierte Töne, können gleichzeitig korrigiert werden. Ein Schieberegler mit Prozentangaben erlaubt die Stärke der Korrektur einzustellen. Jeder Bearbeitungsschritt wird an seiner Zeitposition unten im Display angezeigt, wie man in der nächsten Abbildung sehen kann.

 

Am unteren Bildrand wird die Stärke der vorgenommenen Bearbeitung angezeigt (Edit Strength).

 

 

Damit am linken Rand des Bearbeitungs-Fensters Notennamen zur Orientierung erscheinen, muss eine Noten-Skala ausgewählt sein. Nachdem eine Tonleiter gewählt wurde, darf man nicht vergessen, auf Add zu klicken, damit die Bezeichnungen auch sichtbar werden. Außerdem muss das (frei skalierbare) Fenster weit genug aufgezogen sein.

Mit der Taste „S“ schaltet man auf die komfortable Level-Bearbeitung mit Mithör-Funktion um – und auch wieder zurück. Beim ersten Versuch habe ich sie nicht angewandt, weiter unten gibt es aber ein Beispiel dazu.

Alle Warp-Bearbeitungen, also Zeit- Tonhöhen- und Level-Korrekturen, werden automatisch im Hintergrund gerendert. Wenn man mit der Bearbeitung zufrieden ist, exportiert man die Audio-Datei wieder zurück in die DAW.

Ich habe die korrigierte tiefe Stimme aber zunächst als Guide Track für die APT-Bearbeitungen in Revoice Pro behalten.

 

Mehr Tracks

Der Zeitspar-Faktor des Programms macht sich bemerkbar, wenn man mehrere Spuren gleichzeitig editiert und durch die APT oder die Double-Funktion mit einem Klick Ergebnis-Tracks erzeugt, worin die Korrekturen eingerechnet sind. Die in der Default-Ansicht vorhandenen drei Tracks reichen dann nicht aus. Es lassen sich aber beliebig viele Tracks hinzufügen. Kompliziert ist das alles nur am Anfang, mit etwas Übung gehen die einzelnen Schritte schnell von der Hand und wenn man die Tastatur-Kürzel im Kopf hat, geht es recht flott.

 

APT – Follow the Guide

APT (Audio Performance Transfer) ist das ganz besondere Feature von Revoice Pro. Um die Eigenschaften meiner mit Warp korrigierten Stimme auf zwei weitere „Roh-Stimmen“ zu übertragen, habe ich neue Tracks erzeugt und der Übersicht halber beschriftet: Guide, Dub 1, Dub 2, Dub 3, Out 1, Out 2, Out 3.

Wie chaotisch es klingt, wenn man die unbearbeiteten Stimmen zusammen hört, war schon im ersten Hörbeispiel zu erkennen. Mal sehen, was man daraus machen kann!

 

Guide Track und Dub Tracks für die APT-Funktion

 

Mit einem Rechtsklick auf den Balken unterhalb des Guide-Tracks öffne ich ein Fenster und wähle daraus „New APT“. Das Fenster „New Process“ erscheint, in dem ich die Anzahl der Prozesse und die Zielspuren auswähle. Ein Klick auf den Button „New Process“ oder der Tastenbefehl „N“ startet die Bearbeitung und sofort erscheinen die Ergebnisse auf den Tracks Out 1, 2 und 3.

 

ATP-Prozess durchgeführt!

 

Meine tiefe Stimme für den Chor besteht jetzt aus 4 Einzelaufnahmen, die mit Revoice Pro gestimmt und „tight“ gemacht worden sind, nämlich die Guide Spur und die Spuren Out 1 bis 3. Es handelt sich dabei harmonisch gesehen um die zweite Stimme im Chorsatz, ich nenne sie hier immer „tiefe Stimme“, damit die Bezeichnung nicht mit der Nummerierung der Tracks verwechselt werden kann. Es soll hier nur um ein möglichst einfaches Beispiel gehen, natürlich könnte man auch 10, 12 oder noch mehr Stimmen mit einem einzigen APT-Prozess bearbeiten.

So klingen die bearbeiteten Tracks gemeinsam:

 

Oft sind die Konsonanten ein Problem bei mehrstimmigem oder gedoppeltem Gesang. Ein geringfügig versetztes „T“ klingt dann unfreiwillig wie ein Slap-Back Echo. APT lässt diesen Effekt verschwinden, auf Wunsch bei vielen Tracks gleichzeitig!

 

Der nächste Schritt

Eine meiner vier Aufnahmen wird nun mit der Warp-Funktion brutal auf die eigentliche Melodie „gepitcht“. Zum Teil werden Tonhöhen-Veränderungen um eine Quinte erzwungen, was dafür aber noch recht natürlich klingt. Hier zeigt Revoice Pro, dass die Software auch beim Thema Pitch Correction in der Oberliga spielt. Eigentlich sollte man mit einer solchen Funktion nur kleine Ungenauigkeiten in der Intonation ausbessern. In solchen Fällen arbeitet Revoice Pro ganz unauffällig, wie es auch sein soll.

In dieser Phase mache ich ebenfalls eine Spur zum Guide und die 3 anderen Tracks zu Dubs. Am Ende sind aus 4 Aufnahmen wieder 4 neue Spuren entstanden, denen die erste, manuell korrigierte, „ihren Stempel aufgedrückt“ hat. Die hohe Melodiestimme ist, wie oben beschrieben, aus dem gleichen Audio-Material entstanden, wie die tiefe Stimme. Insgesamt besteht der Chor jetzt aus 8 „Sängern“, von denen 4 die hohe und 4 die tiefe Stimme singen. Diese 8 wurden aus 4 echten Aufnahmen sozusagen „geklont“. Weil es sich dabei immer um denselben Sänger handelt, kann es nicht ganz so wie ein echter Chor aus mehreren Personen mit unterschiedlichen Stimmfärbungen klingen.

 

Im Hörbeispiel hier das Ergebnis einmal trocken und einmal mit viel Hall:

 

Und so klingt es mit Instrumental-Begleitung:

 

Dass diese „Musikproduktion“ künstlerisch nicht ganz ernst gemeint ist, dürfte jedem klar sein. Ich habe den Mini-Song deshalb auch nicht bis ins letzte Detail ausgearbeitet. Der Chor ist zwar in sich tight, passt aber nicht hundertprozentig zum Groove. Man könnte das erreichen, indem man bei der Bearbeitung der Guide Tracks rhythmisch präziser arbeitet als ich es getan habe.

 

Weniger Zischlaute

Bei der Textstelle  „Wha-t shall…“ ist durch starke Kompression beim Mix ein überlautes „tsch“ entstanden. Das „S“ von „Sailor“  könnte auch etwas Entschärfung vertragen. Mit Revoice Pro geht das ganz einfach. Die Warp-Einstellung kann durch Drücken der Taste „S“ von Pitch-Editing auf Level-Editing umgeschaltet werden. Die Darstellung ändert sich dann so, wie es in den Abbildungen zu sehen ist und ich kann den Pegel der Konsonanten mit dem Mauszeiger verändern. Sogar eine gleichzeitige akustische Kontrolle der Lautstärke ist vorhanden.

Die Abbildung zeigt von links nach rechts:

  1. Wellenform im Warp-Modus. Die Laute „t“ und „sh“ hellblau.
  2. Ansicht umgeschaltet auf Level Editing. Die Konsonanten werden violett dargestellt.
  3. Leuchtendes Violett zeigt die Auswahl, die bereits nach unten gezogen wurde, um „t“ und „sh“ leiser zu machen.

Absenkung der störenden Laute von links nach rechts

 

Und so hört es sich an, zuerst der Abschnitt unbearbeitet, dann die „entschärfte“ Version:

 

Doppelt klingt besser

Das Doppeln von Stimmen ist eine übliche Technik, bei der entweder mehrfach dieselbe Stimme möglichst synchron aufgenommen wird, oder ein Gerät oder Plug-in mit minimaler Verzögerung und Modulation den Effekt künstlich erzeugt. Das Doubling mit Revoice Pro hat den Vorteil, dass neue Tracks erzeugt werden, die man in der DAW dann ganz individuell mit EQ, Kompression und anderen Effekten weiter bearbeiten kann.

Ich habe beim nächsten Beispiel 2 Double-Tracks erzeugt. Die Vorgehensweise ist dabei ganz ähnlich wie beim APT, nur dass hier Guide und Dub überflüssig sind. Die Dopplungen verwenden eine Originalspur als Quelle.

Das erste Bild zeigt die Originalspur (Vocal) und das Process Window, das auch beim APT zum Einsatz kommt.

 

Originalspur „Vocal“ und Process Window. New Process startet die Bearbeitung.

 

Original und zwei Double-Tracks:

 

Zwei Double Tracks sind erzeugt worden.

 

So klingt die Bearbeitung. Zuerst nur das Original, dann eine Dopplung, dann zwei. Zum Schluss habe ich Hall eingesetzt und die Dopplungen um 7dB leiser gemacht als das Original. So geben sie der Stimme mehr Kraft, ohne dass man sie wirklich heraus hört.

 

 

 

Analyse

Eine weitere Funkion von Revoice Pro ist die Spektrum-Analyse von Audioaufnahmen. Die Frequenzverteilung an der Abspielposition oder auch ein Spektogramm eines Zeitabschnitts kann angezeigt werden.

Die erste Abbildung zeigt die Frequenzverteilung an der Abspielposition, das zweite ein Spektogramm eines Zeitabschnitts.

 

X-Achse: Frequenz, Y-Achse: Pegel

 

Spektogramm eines Abschnitts. Y-Achse: Frequenz. X-Achse: Zeit. Die Intensität der Farbei zeigt den Pegel des jeweiligen Frequenzbereichs.

 

Fazit

Synchro Arts Revoice Pro 3.3 ist ein professionelles Audio-Editing Programm. Die Fähigkeit, Tonhöhe, Zeitposition und Lautstärkeverlauf eines Guide Tracks auf beliebig viele Dub Tracks zu übertragen und daraus neue, verbesserte Tracks zu generieren, ist ganz erstaunlich! Wegen der Fähigkeit zur automatischen Synchronisation wird Revoice Pro auch bei der Postproduktion in der Filmindustrie eingesetzt. Verrauschter O-Ton kann präzise durch nachsynchronisierte Sprache ersetzt werden, Text in einer anderen Sprache lässt sich lip-sync vertonen. Die Funktion Doubling erzeugt Dopplungen in separaten Tracks. Die automatisch ablaufenden Prozesse APT und Doubling haben zusätzlich zu den hier vorgestellten Möglichkeiten noch detaillierte Fein-Einstellungen, mit denen man die Bearbeitung steuern kann.

Bei der Tonhöhen-Korrektur innerhalb vernünftiger Grenzen bleibt die Natürlichkeit einer Gesangsaufnahme erhalten. Pitch-Editing mit Revoice Pro klingt für mich sehr gut, besonders wenn man das Smooth Join Tool verwendet, mit dem sich weiche Übergänge zwischen einzelnen Tönen erzeugen lassen. Der Vergleich mit anderen Programmen ist schwierig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass verschiedene Programme Tonhöhen unterschiedlich bewerten. Wenn ich z. B. mit Logics Flex-Pitch einen Ton zu 100% korrigiert habe, zeigt die gebouncte Datei in Melodyne ein paar Cent Abweichung und umgekehrt.

Zum Vergleich: Test Logic Flex-Pitch hier…
Testbericht zu Melodyne hier…

Viele weitere Optionen, wie den gleichzeitigen Import/Export mehrerer Spuren oder Abschnitte, erklärt das Revoice-Manual (englisch) ausführlich mit Hinweisen zu den Besonderheiten verschiedener DAWs.

Synchro Arts Revoice Pro 3.3 ist empfehlenswert für jeden, der aus seinem Audioaufnahmen alles herausholen will, was möglich ist. Und falls zeitaufwändiges Editieren zahlreicher Spuren zum Alltag gehört, lässt sich der Workflow mit dieser Software wesentlich beschleunigen.

 

Systemvoraussetzungen

Mac ab OS 10.6.8 , Windows ab Vista (Service Pack 2)

Jede ProTools Hardware wird unterstützt.

iLok USB Key wird benötigt.

 

Preise

Listenpreis €411,37

SALE Preis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels: €345,69

Für User, die von VocALign upgraden, gibt es Sonderpreise.

Das Angebot „Rent To Own“ ermöglicht es, das Programm für €102,34 monatlich zu mieten. Mit dem vierten Monat geht die Lizenz in das Eigentum des Kunden über.

Alle Preisangaben ohne Gewähr, sie entsprechen dem Stand vom 21. 04. 2017 und wurden online ermittelt.

Website des Herstellers: Synchro Arts

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