e-instruments digitalisiert Stradivari, Guarneri und Amati.

By | 6. Februar 2019

Die norditalienische Stadt Cremona ist die Wiege des Geigenbaus. Hier erschufen die Meister Amati, Stradivari und Guarneri del Gesú in ihren Werkstätten liebevoll neue Maßstäbe für den Klang von Streichinstrumenten. Auch Jahrhunderte danach gelten ihre Instrumente als der heilige Gral des Streicherklangs.

Sampling Libraries mit Streicherklängen gibt es viele. Doch wenn e-instruments aus Hamburg historische Violinen legendärer Geigenbauer im Konzertsaal eines Museums aufnehmen, wird es spannend. Ich teile hier den aktuellen Pressetext, der interessante Details zu der ungewöhnlichen Produktion verrät.

Cremona Violinenmuseum

e-instruments digitalisiert die Klänge von Stradivari, Guarneri und Amati für zukünftige Generationen – Warum in Cremona wochenlange Stille herrscht 

e-instruments lab GmbH – Hamburg, den 4. Februar 2018: Die norditalienische Stadt Cremona ist die Wiege des Geigenbaus. Hier erschufen die Meister Amati, Stradivari und Guarneri del Gesú in ihren Werkstätten liebevoll neue Maßstäbe für den Klang von Streichinstrumenten. Auch Jahrhunderte danach gelten ihre Instrumente als der heilige Gral des Streicherklangs.

Cremona Violinenmuseum

Im Jahr 2016 erhielt e-instruments lab GmbH die einmalige Chance ein Streichquartett mit den weltberühmten Exponaten des Museo del Violino in Cremona zu digitalisieren.
Die Aufnahmen begannen im Januar 2019 im Auditorium Arvedi, dem speziell für die Instrumente konzipierten Konzertsaal des Museums.

Eine Stadt wird leise

Die außergewöhnlich umfangreiche Vorbereitung des Projekts beinhaltete nicht nur die sorgfältige Auswahl von Spitzenmusikern, die Zusammenstellung kompletter Artikulationslisten und die Verfügbarkeit entsprechender Noten, sondern auch die Evaluierung des optimalen Aufnahme-Equipments sowie weitreichende Messungen vor Ort. Alle Maßnahmen dienen dem Kern der Mission: Das aufgenommene Audiomaterial soll ebenso authentisch und perfekt klingen, wie die aufgenommenen Streichinstrumente. Aus diesem Grund ist während der Aufnahmen nicht nur der Konzertsaal geschlossen, sondern es wurden auch die umliegenden Straßen gesperrt und der gesamte Verkehr umgeleitet. Bei der Pressekonferenz zum Beginn der Aufnahmen warb der Bürgermeister von Cremona bei den Einwohnern um die aktive Unterstützung, bat sie konkret darum, in den kommenden fünf Wochen in der Umgebung des Museums so leise wie möglich zu sein, um die Aufnahmen nicht zu stören.

Cremona Violinenmuseum

Konservierung und Demokratisierung des Klangs

Ziel des Projektes ist nicht nur die detailgetreue Erhaltung der einzigartigen Instrumentenklänge, sondern auch die Übertragung der historischen Streichinstrumente in moderne, digitale Musikinstrumente, die mit der gleichen Sorgfalt und Liebe zum Detail wie die Originale gefertigt werden. Musiker können dann weltweit auf die Klänge zugreifen und über ein Keyboard und moderne Computer mit den Instrumenten komponieren und „spielen“.

Die Aufnahmen

Die vier Musiker spielen unzählige Skalen, Phrasen und Arpeggien – in allen Spielvariationen und mit allen Klangmöglichkeiten ihrer Instrumente: der 1615 Girolamo Amati ‚Stauffer‘ Bratsche, dem 1700 Antonio Stradivari ‚Stauffer‘ Cello, der 1727 Antonio Stradivari ‚Vesuvius‘ Violine und der 1734 Guarneri del Gesù ‚Prince Doria‘ Violine.

Cremona Violinenmuseum

Dabei zeichnen die 32 hochempfindlichen Mikrofone – mit größter Sorgfalt um die Musiker und fachmännisch im gesamten Auditorium positioniert – selbst kleinste Klangdetails auf. Bei den Aufnahmen entstehen so hunderttausende Samples und eine Datenmenge von mehreren Terabytes.

Weltweites Medieninteresse

Das Projekt erzielte durch einen Artikel in der New York Times ein immenses Medieninteresse. Lokale wie internationale Sender, Zeitungen und Online-Medien berichten weltweit über das Projekt, darunter die BBC, CBS und CNN.

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