Update: Reason 11.1 mit Audio Units Unterstützung

By | 27. November 2019

Eine gute Nachricht, vor allem für Logic-User: Die Möglichkeit, das Reason-Rack als Plug-in mit einer anderen DAW zu verwenden, ist nicht mehr auf VST-Plug-ins beschränkt, jetzt funktionieren auch Audio Units.

Reason 11.1

Die Version 11 von Reason brachte eine wichtige Neuheit. Reason 11 kann nicht nur VST-Plug-ins verwenden, wie es schon mit der Vorgängerversion möglich war, sondern selbst als Plug-in in einer anderen DAW benutzt werden. Die Unterstützung des Apple-Formats Audio Units (AU) wurde jetzt mit dem Update 11.1 nachgeliefert. Sowohl Logic Pro X als auch GarageBand habe ich damit ausprobiert. Genau genommen wird Reason nicht vollständig zum Plug-in, sondern nur das Reason-Rack. Aber damit lassen sich alle virtuellen Instrumente, Effektgeräte und Player von Reason in einer anderen Programm-Umgebung nutzen, also alles, was irgendwie „Sound macht“.


Logic Pro X, Reason Plug-in
Logic Pro X, Reason Rack Plug-in


Das Programm Reason wurde über Jahre hinweg immer weiter zu einer vollwertigen DAW entwickelt und braucht sich inzwischen nicht mehr vor den „Platzhirschen“ zu verstecken. Einige Funktionen sind sogar besonders praktisch. Aber wer seit Jahren mit Cubase oder Logic arbeitet, möchte sich nicht gern umgewöhnen. „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, sagt man. Und oft fehlt auch einfach die Zeit! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mit den tollen Instrumenten von Reason eigenständige Sounds und Grooves entstehen. Aber Logic Pro X hat auch sehr gute eigene Instrumente und Sampling-Libraries, auf die ich nicht verzichten möchte. Wie bekommt man das Beste zweier Welten? Bisher war das möglich, indem Reason mit der Funktion ReWire mit einem anderen DAW-Programm gekoppelt wurde. Leider ist das ein bisschen umständlich.

Are you re-wired?

Achtung! Wer Projekte angelegt hat, die „ReWire“ benötigen, sollte Reason 10 (oder niedriger) zusätzlich auf der Festplatte behalten. Ab Reason 11 ist ReWire nämlich Geschichte.

Das Reason Rack Plug-in

In Logic legt man eine Spur vom Typ „Software-Instrument“ an. Im zugehörigen Kanalzug des Mixers wird im Slot „Instrument“ „Reason Rack Plug-in“ aufgerufen.


Plug-in Auswahl
Plug-in Auswahl, Apple Logic Pro X


Im Bildschirmfoto sind auch die verschiedenen Ausgangskonfigurationen zu sehen, von Mono bis 16 x Stereo. Die Bezeichnung Propellerhead Software im Ausklapp-Menü verrät, dass ich Reason 10 behalten habe. Mit Reason 11 hat sich die Herstellerfirma vom Propellerkopf verabschiedet und heißt jetzt schlicht Reason Studios. Wenn der Propeller jetzt veraltet ist – wie wäre es denn mit Jethead gewesen, Turbinehead oder Rockethead?

Die nächste Abbildung zeigt die Plug-in Grafik in der Grundeinstellung. Die beliebtesten Reason-Geräte sind sichtbar und lassen sich mit Doppelklick ins Rack „schrauben“. Die Zusammenstellung passt sich mit der Zeit den Vorlieben des Users an.


Default Ansicht
Auf den ersten Blick…


Nach einem Klick auf Tutorial (Seitenleiste, oben rechts) erscheint die Sekretärin am Fotokopierer. Nein – sorry, bei genauem Hinsehen bedient sie ein MacBook Air und ein sehr flaches Keyboard.


Reason Rack Plugin
Reason Rack Plug-in


Im Tutorial ist ein YouTube-Video eingebettet. Die Lady erklärt ja alles! Muss ich hier überhaupt noch weiter schreiben?
Ein weiteres Tutorial mit Text und Bildern ist vorhanden. Es beginnt unter dem Video-Fenster und ist, wie auch das Video, nur auf Englisch zu haben. Beides ist als Einführung zur Benutzung des Rack Plug-ins sehr gut gemacht.

Viel mehr als ein einziges Plug-in!

Während die meisten Plug-ins nur ein Instrument oder ein Effektgerät bieten, ist das Reason Rack Plug-in die eierlegende Wollmilchsau unter den Konkurrenten. Hier geht so gut wie alles, denn man kann das Rack ganz nach Wunsch konfigurieren.

Nach einem Doppelklick auf „Thor“ erscheint der Synthesizer im Rack. Rechts neben dem Display mit dem Sound-Namen ist neben den up/down-Pfeilen ein winziges Ordner-Symbol zu sehen. Ein Klick darauf öffnet den Browser mit genau den Presets, die zu dem Modul im Rack passen. Das ist wirklich praktisch.


Synthesizer Thor im Rack
Synthesizer Thor im Rack


Der Browser

Auf der linken Seite oben lässt sich mit einem Button in der Seitenleiste der Browser einblenden. Hier können nicht nur Instrumente, Effektgeräte und Player in das Rack geladen werden, auch Sounds und Loops stehen zur Verfügung.


Rack mit Browser
Rack mit Browser


Das Rack von hinten

Auch wenn man Reason als Plug-in verwendet, besteht die für dieses Programm traditionelle Möglichkeit, alle Module nach eigenen Vorstellungen zu verkabeln. Mit der Schalfläche Flip Rack wird das Plug-in zum Modularsystem. Kabel zeigen den Signalweg an. Viele Steckkontakte sind frei und lassen sich nach Wunsch verbinden, indem eigene Kabel mit der Maus gezogen werden.


Ein schöner Rücken kann auch entzücken!


Erste Erfahrungen

Während ich diesen Artikel schreibe, ist Reason 11.1 erst seit einigen Tagen erhältlich. Meine bisherigen Erfahrungen sind aber positiv. Das Plug-in startet schnell, mehrere Instanzen sind kein Problem. Auch die Spur-Automation von Logic lässt sich nutzen. Ich habe versuchsweise den hervorragenden Flanging-Effekt des Reason-Moduls Sweeper beim Abspielen eines Songs mit dem ON/OFF-Schalter am Rack-Gerät ein- und ausgeschaltet, während die Logic-Automation auf Latch geschaltet war. Die Schaltvorgänge wurden ohne jede weitere Einstellung von Logic erkannt und als Automationskurve aufgezeichnet. So sollte es sein!

Das Update ist für Bestandskunden kostenlos, Neukunden bekommen die Version 11.1 sowieso.

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