macOS High Sierra 10.13 für Musiker

By | 28. September 2017

Im Anschluss an macOS Sierra erfolgt beim Apple-Betriebssystem der Aufstieg zu High Sierra. Ist das neue macOS für Musiker schon zu empfehlen, oder sollte man abwarten?
Update!

Am 6. Oktober erschien „10.13 Ergänzendes Update“. Was ist neu?

  • verbessert die Robustheit des Installationsprogramms
  • behebt ein Problem mit der Cursor-Grafik beim Verwenden von Adobe InDesign.
  • sowie ein Problem, das das Löschen von E-Mail-Nachrichten von Yahoo-Accounts in Mail verhinderte.

Für Musik-Software ist das nicht relevant, aber es ist aus Sicherheitsgründen immer empfehlenswert, die neueste Version zu verwenden, vor allem, wenn der Rechner mit dem Internet verbunden ist.

Am 25. September 2017 erschien für Macintosh-Computer das Betriebssystem High Sierra. Seit Beginn der Beta-Phase hatte ich das neue OS auf einer eigenen SSD meines MacPro 5.1 von 2010 installiert. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es 9 Updates bis zum endgültigen Release. Die fertige Version habe ich nur einen Tag lang getestet und dann mutig auf meiner Haupt-Festplatte installiert.

 

Installation geglückt!

 

Dabei wurde gleichzeitig die Firmware aktualisiert. Das passiert automatisch bei allen Computern vom Typ MacPro 5.1, man muss einfach, wie es so schön heißt, „den Anweisungen am Bildschirm folgen“. Das habe ich dann auch getan und alles war gut.

 

 

Wie schon im voraus bekanntgegeben wurde, sind die wichtigsten Neuerungen des neuen macOS „unter der Haube“ zu finden. Das betrifft vor allem das neue Dateisystem APFS, das schon seit der Version 10.3 mit iOS zum Einsatz kommt.

APFS

Das neue Dateisystem läuft nur auf Macs mit einer SSD als Start-Volume. Die Unterstützung von Fusion Drives ist zur Zeit (28.09.2017) noch in Planung. High Sierra lässt sich aber auch auf mechanischen Festplatten installieren, dann mit dem bekannten Dateiformat HFS+. Das APFS-System macht das Betriebssystem schneller und spart Speicherplatz. Nachteile? Ich konnte selbst noch keine feststellen. Auch das Kopieren von Daten von und nach HFS+-formatierten SSDs und HDs klappt problemlos. Ich habe das mit meinem MacBook Pro von 2008 (macOS El Capitan) und mit meiner externen Backup-Festplatte am MacPro 5.1 von 2010 ausprobiert.

Wie ich erfahren habe, ist es nun aber nicht mehr möglich, von einer BootCamp-Windows-Installation aus auf die Daten der Mac-Partition zuzugreifen. Ich kann das nicht ausprobieren, weil ich Windows 10 mit Parallels Desktop verwende. Die BootCamp-Installation von neueren Windows-Versionen wird auf dem MacPro 5.1 schon seit längerem nicht mehr von Apple unterstützt.

USB und FireWire

Alle Geräte mit USB-Anschluss, die ich zum Musik machen verwende, funktionieren: Native Instruments Komplete Kontrol Keyboard, IK Multimedia iRig HD2 Gitarren-Interface, iRig PADS Controller und das Mikrofon iRig Mic Studio.

Mein Focusrite Audio-Interface Saffire Pro 40 mit FireWire-Anschluss läuft wie gewohnt. Das heißt aber nicht, dass es mit anderen Geräte-Typen auch keine Probleme geben kann, man sollte vor dem Update auf High Sierra nach einem Hinweis zur Kompatibilität auf der Website des Herstellers nachsehen.

Andere Peripherie

Auch von einem Musik-Computer aus soll manchmal gedruckt oder gescannt werden, so ist es jedenfalls bei mir. Das MuFu-Gerät Xerox WorkCenter 6505N funktioniert, der Tintenstrahldrucker Canon IP 4200 ebenfalls, obwohl dort „Drucker nicht gefunden“ angezeigt wird.

Interne Hardware

Ich habe eine PCIe-Karte Sonnet Tempo SSD Pro mit 2 SSDs und eine Sonnet Allegro USB 3.0 eingebaut. Beides funktioniert problemlos; ebenso die nachgerüstete Grafikkarte.

 

Kompatible Software

Meine Angaben beziehen sich jeweils auf die aktuelle Software-Version mit Ausnahme der Adobe-Programme, Parallels Desktop und WaveLab.

  1. Ohne Apple-Produkte:

Musik: WaveLab 8 – WaveLab scannt beim Start die VST-Versionen aller Plug-ins, und ich habe von allen meinen Plug-ins auch die VST-Versionen installiert. Man sollte deshalb davon ausgehen können, dass bei den Plug-ins, die in meinen Logic-Screenshots mit Häkchen erscheinen, auch die VST-Versionen mit High Sierra kompatibel sind. Reason 9.5.2: Auch hier wurden alle VSTs akzeptiert. Native Instruments Komplete Kontrol und Controller Editor, IK Multimedia iRig Pads Editor, Toast Titanium 14, Revoice Pro, Riffstation, Spotify

Andere: Microsoft Office Version 15.32, Google Chrome, Firefox, Adobe Photoshop und Dreamweaver CS6, Fetch, Bank X, Parallels Desktop 12 mit Windows 10.

2. Apple-Produkte:

Musik: Logic Pro X, Garage Band,  iTunes
Andere: iMovie, Final Cut Pro, Fotos, Pages, Numbers, Keynote, Mail, Safari, alle Kommunikations- und Hilfsprogramme von Apple.

Bei den Apple-Produkten ist es eigentlich selbstverständlich, dass sie mit dem neuesten Betriebssystem kompatibel sind. Allerdings hat Apple darauf hingewiesen, dass es bei den Pro-Programmen die neuesten Versionen sein müssen. Achtung Logic-User! Wer alte Songs, die mit Logic 9 erstellt worden sind, öffnet, muss die Konvertierungs-Funktion von Logic Pro X verwenden. Das 9-er startet jetzt nicht mehr!

 

Logic Pro X und Plug-ins von Fremdherstellern

Version 10.3.2 vorausgesetzt, startet Logic wie gewohnt, lediglich werden beim Start die Audio Units neu gescannt. Ich zeige hier die Liste meiner Plug-ins, alphabetisch geordnet nach „Hersteller“. Es sind eine Menge Plug-ins, wenn ich alle ausprobiert hätte, könnte dieser Bericht wohl erst erscheinen, wenn schon das nächste OS herauskommt. Meiner Erfahrung nach kann man sich aber auf den Plug-in Manager von Logic verlassen. Wenn da ein Häkchen am Ende ist, funktioniert es auch. Die Logic-eigenen Plug-ins, die ja sowieso funktionieren, werden nicht gezeigt, um Platz zu sparen.

Flux

In meiner Liste haben einige Plug-ins dieses Herstellers kein Häkchen bekommen. Es handelt sich um ältere Versionen, die aktuellen sind ebenfalls gelistet und haben den Test bestanden. Der Hersteller hat die Produkte nach einem Update mit anderen Namen versehen, deshalb werden sie jetzt doppelt aufgeführt. Übrigens habe ich die alten Versionen aus dem Ordner „Components“ gelöscht, Logic kennt sie aber trotzdem noch.

Waldorf

Das Synth-Plug-in PPG Wave 3.V hat die Prüfung nicht bestanden, meine anderen Waldorf-Produkte aber schon.

 

Logic Pro X, Plug-in Manager

Ein Klick auf die Abbildung vergrößert die Darstellung und macht den Text besser lesbar!

 

Stand-Alone

Von mehreren Plug-ins gibt es Stand-Alone Versionen. Die folgenden habe ich erfolgreich ausprobiert:

Arturia:  Analog Lab 1, 2 und Analog Factory

IK Multimedia: Lurssen Mastering Console, Sample Tank 3, Miroslav Philharmonik 1 und 2, Syntronik, AmpliTube 3 und 4, T-Racks, iRig Pads Editor

Native Instruments: Komplete Kontrol inklusive der Komplete Instrumente und Controller Editor

VSL: Vienna Instruments Stand-Alone

ReWire

ReWire von Propellerhead ist kein eigenständiges Programm, sondern bietet eine Funktion, mit der 2 Musikprogramme synchronisiert werden können. Ich verwende ReWire, um Logic und Reason zu koppeln. Beide DAW-Programme laufen dann gleichzeitig, der Ton wird von Logic ausgegeben. Nach der Installation von macOS High Sierra war in diesem Modus zunächst kein Ton mehr zu hören, obwohl beide Programme synchron liefen. Inzwischen habe ich den Fehler gefunden: Der Aux-Kanal, über den Logic den Sound von Reason empfängt, zeigte Ch8+9 als Input. Es muss aber Mix L+R angewählt sein. Kann sich so etwas von selbst verstellen?! Spukt es, oder bin ich doof? (Bitte keine Kommentare, ich weiß schon, was ihr denkt!😉)

Warnungen von Herstellern

High Sierra scheint weniger Probleme zu bereiten, als frühere System-Updates. Bisher (3 Tage nach der Veröffentlichung) habe ich nur wenige Warnungen im Netz gefunden, oder per Newsletter bekommen. Hier die aktuellen Warnungen:

Steinberg rät seinen Usern davon ab, jetzt schon High Sierra zu installieren. Tests werden Ende Oktober beginnen.

Sound Radix hat mitgeteilt, dass 32-Lives bis auf die grafische Darstellung der Bedienelemente funktioniert. Die Software läuft im Hintergrund und wird nur beim ersten Einrichten auf dem Monitor sichtbar. Wer 32-Lives eingerichtet hat, kann es problemlos weiter verwenden.

Weitere Tipps findet man bei RoaringApps (unbedingt die Filter-Funktionen verwenden!)

Ich werde diesen Artikel ergänzen, sobald mir neue Informationen vorliegen. Ich bitte auch alle Leserinnen und Leser, eigene Erfahrungen einzubringen. Bitte von der Kommentar-Funktion Gebrauch machen!

Meine aktuellen Testberichte und mehr zum Thema Musik immer hier…

 

Ein vollständiges Inhaltsverzeichnis meiner Artikel auf facebook hier…

 

6 thoughts on “macOS High Sierra 10.13 für Musiker

  1. Franky

    Ergänzend hierzu:

    – RME Fireface 800 Treiber funktioniert
    – Motu microbook II (Treiber musste nach Update auf High Sierra nochmal installiert werden) – funktioniert

    Jeweils Plain auch mit LogiX getestet.

    Reply
  2. Jürgen Drogies Post author

    !!! ReWire!!!
    An alle, die den Beitrag schon gelesen haben:
    Mein ReWire-Problem ist gelöst. Wie, steht jetzt oben im Artikel unter der Überschrift „ReWire“!

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  3. Markus

    Hi Jürgen und wie immer vielen Dank für Deine Infos. Bei der Menge an Plug-ins, die Du installiert hast, ist es wirklich eine sehr nützliche Übersicht.

    Warum Steinberg aber Ende Oktober überhaupt erst mit den Tests beginnt, ist schon seltsam. Natürlich muss man als Musiker nicht immer sofort das neueste OS installieren und ich kenne Studios, die immer noch mit Windows XP Geld verdienen (für mich auch nicht zu verstehen). Und selbstverständlich möchte man sich auf sein produktives System verlassen können. Vielleicht sollte man es also positiv sehen und von deutscher Gründlichkeit gepaart mit norddeutscher Gelassenheit sprechen 😉

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  4. Jürgen Drogies

    Ja, ich finde die Mitteilung von Steinberg auch seltsam. Cubase und Nuendo besitze ich nicht, aber WaveLab 8 funktioniert bei mir. Vielleicht ist man da auch übervorsichtig.
    Waldorf PPG Wave V3 ist bei mir das einzige Plug-in, das nicht geht. Das habe ich in einigen Songs eingesetzt, die ich aber aktuell nicht bearbeite. Bei High Sierra gibt es ja im Großen und Ganzen so gut wie keine DAW-Probleme. So sollte es auch sein. „Alle Jahre wieder“ das gleiche Theater ist nicht witzig.

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  5. Jürgen Drogies Post author

    Heute (06.10.2017) hat Apple ein ergänzendes Update zu High Sierra veröffentlicht.
    Es verspricht:
    verbessert die Robustheit des Installationsprogramms
    behebt ein Problem mit der Cursor-Grafik beim Verwenden von Adobe InDesign.
    sowie ein Problem, das das Löschen von E-Mail-Nachrichten von Yahoo-Accounts in Mail verhinderte.

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