Test: IK Multimedia – Syntronik Deluxe

By | 18. April 2018

Fünf neue Modelle machen IK Multimedia Syntronik zu Syntronik Deluxe. Die neue Version enthält Samples von 44 legendären Synthesizern und Stringmachines mit vielen Presets, die sich flexibel bearbeiten lassen. Der Sampling-Content der Vollversion beträgt stattliche 80GB. Fortschrittliche Sampling- und Modeling-Techniken sorgen dafür, dass die vorwiegend analog erzeugten Sounds in der DAW authentisch klingen.

 

Syntronik-know-how in Kürze

Als Klangquelle für Syntronik dienen Sampling-Daten. Von jedem Instrument gibt es eine Vielzahl von Presets, die sich in weiten Bereichen u. a. mit Hüllkurven, Filtern, LFOs nachbearbeiten lassen. Außerdem sind Arpeggio- Step-Sequencer- und Layer-Funktionen vorhanden. Ein Drift-Algorithmus sorgt für lebendige Schwebungen im Klang, wie sie bei den Oszillatoren der Originalinstrumenten auftreten. Pro Layer lassen sich bis zu 5 hochwertige Effekte einsetzen, die von IK Multimedia AmpliTube und T-RackS abstammen. 

Das grafische Interface existiert in 22 Versionen mit weitgehend identischen Bedienelementen. Einige davon fassen die Sounds mehrerer Synths desselben Herstellers zusammen um alle 44 Instrumente mit einer Bedien-Oberfläche zu versorgen.

Einen ausführlichen Test mit genauerer Beschreibung der Bedienung von IK Multimedia Syntronik habe ich hier veröffentlicht!

Installation

Mit dem Hilfsprogramm „Authorization Manager“ von IK Multimedia wird die Seriennummer registriert und der Download in Gang gesetzt. Nach der Registrierung findet sich die Software auch unter „My Products“ in der User Area auf der Website von IK Multimedia. Auch von hier kann der Download gestartet werden und die Seriennummer sowie die Anzahl der Autorisierungen können angezeigt werden. Der Link „Sounds Downloads“ ist besonders wichtig, denn hier geht es zu den Sampling-Dateien, die für jedes Instrument einzeln in ein oder zwei Disk-Images gespeichert sind. Wenn man bereits Syntronik oder Syntronik Free besitzt, kommen mit der Deluxe-Version 8 Dateien hinzu. Jedes Disk-Image besitzt einen Installer, bei dem sich das Installations-Ziel für die Sampling-Dateien wählen lässt. Sie werden im Ordner „SampleTank 3“ gespeichert, der sich auf einem internen oder externen Volume befinden kann.

 

Die Neuzugänge der Syntronik-Familie

 

Die 5 neuen Mitglieder der Syntronik-family

VCF3

Das Instrument basiert auf dem EMS VCS3, einem Analog-Synth mit 3 Oszillatoren. Der EMS wurde auf dem Album „Dark Side of the Moon“ von Pink Floyd verwendet, Brian Eno hat ihn für David Bowies Berlin-Alben eingesetzt und in Sci-Fi-Produktionen, wie der britischen TV-Serie Doctor Who ist er zu hören, um nur einige Beispiele zu nennen. Der VCS3 kam 1969 als einer der ersten leicht transportierbaren Synthesizer auf den Markt. Mit mehr als 7000 Samples stellt Syntronik den Originalsound in vielen Facetten zur Verfügung.

 

VCF3, hier mit „ausgeklapptem“ Mini-Keyboard.

 

Über die Hörbeispiele

Die Hörbeispiele haben jeweils mehrere Abschnitte mit unterschiedlichen Sounds. Die Abschnitte wurden in Logic hintereinander montiert, Syntronik kann Sounds nicht so schnell wechseln, weil jeweils mehrere Sekunden lang Samples geladen werden müssen.

Das erste VCF3-Preset, das ich hier verwendet habe, heißt „Bigger on the inside“. „Whovians“ wissen, was das bedeutet. Die Tardis, das Raumschiff, mit dem Doctor Who unterwegs ist und das aussieht wie eine Polizei-Notrufzelle, ist von innen größer als von außen. Der Sound erinnert an die Titelmelodie früherer Folgen, die aktuellen Folgen verwenden dieselbe Melodie mit einem anderen Sound. Die anderen Klänge in diesem Hörbeispiel sind ebenfalls Factory-Presets.

 

Memory-V

Der Synth basiert auf dem polyphonen Memorymoog, der von 1981 bis 1985 gebaut worden ist. Das Original ist für seinen fetten Sound genauso bekannt, wie für seine Reparatur-Anfälligkeit, die zum Glück beim Sampling-Instrument nicht zu befürchten ist. Der Sound der Oszillatoren wurde einzeln und in Kombinationen gesampelt, modulierte Klänge und Original-Patches kommen dazu. Zu den Memorymoog-Usern gehören Jean-Michel Jarre, Jan Hammer, Rick Wakeman und George Duke.

 

 

Auch hier mehrere Presets, teilweise habe ich sie etwas verändert. Es erklingt in jedem Abschnitt dieselbe Akkordfolge, auch beim Arpeggio am Schluss.

 

M-Poly

Korg Mono/Poly und Polysix sind häufig Klangquellen für die Sounds der 80er. Die typischen Sweeps und Pulse-With-Modulation Effekte sind in den Syntronik-Patches vorhanden. Die SSM-Chip generierten Klangfarben stellen einen reizvollen Kontrast zu den Roland-Sounds der gleichen Zeitperiode dar. Musiker, die einen erschwinglichen polyphonen Synth kaufen wollten, standen in den 1980ern vor der Wahl: Korg Polysix oder Roland Juno 60. Prominente Korg-User sind Tangerine Dream, the Chemical Brothers, Kitaro, Keith Emerson und Tears for Fears.

 

 

Wieder sind mehrere Abschnitte mit der gleichen Akkordfolge zu hören. Wie auch bei den anderen Beispielen, wurden nur Syntronik-interne Effekte verwendet:

 

SH-V

Die Mono-Synths Roland SH-5 und SH-2 aus den späten 1970ern sind im virtuellen Instrument SH-V vereint, das sich allerdings auch polyfon spielen lässt. Diese Roland-Instrumente sind für robuste Bass-Sounds und schnelle Hüllkurven bekannt. Berühmte User: Duran Duran, OMD, Eurythmics, Kitaro.

 

 

Der SH-V bietet Sounds monophoner Roland-Synths, trotzdem kann die Software-Version auch polyphon!

 

Modulum

Ein virtuelles Instrument, das den Sound analoger Modular-Drums in die Syntronik-Welt einbringt. Modular Moog, EMS, VCS3  und Alexis Andromeda sind die kombinierten Klangquellen, mit denen speziell für Syntronik Synthdrum-Sounds erzeugt wurden. Die Anordnung der Sounds entspricht dem General MIDI-Standard. Die Sounds eines Modulum-Presets lassen sich, der Struktur von Syntronik entsprechend, nur gemeinsam editieren. Wenn man Kick, Snare usw. einzeln bearbeiten will, muss man mehrere Syntronik-Instanzen auf mehreren DAW-Tracks verwenden. 

 

 

Zweimal die gleiche Sequenz, aber mit unterschiedlichen Sound-Presets:

 

Zwei weitere Sound-Beispiele:

 

Fazit

Die Erweiterung von IK Multimedia Syntronik zu Syntronik Deluxe enthält die Sounds weiterer interessanter Vintage-Synths. Viele Presets erinnern an bekannte Hits aus den 1980er-Jahren, aber es sind auch Klänge dabei, die frisch und neu klingen, wobei ich die „Vintage“-Sounds aber nicht herabsetzen will. Man denke daran, dass Rolands TR-808, 909 und TB-303 erst in Mode kamen, als sie nicht mehr hergestellt wurden. Die Liste der Presets zu jedem Syntronik-Synth enthält neben „fertigen“ Sounds auch gesampelte Grund-Sounds der Oszillatoren, die sich mit den Mitteln der Bedienoberfläche zu ganz eigenen Kreationen verarbeiten lassen. Die Kombination von Sampling und Modeling, wobei Zweites auf die Filter zutrifft, ist sehr gelungen. Zwei Hüllkurven, LFO, Tuning, Legato- und Bending-Einstellungen bieten Gelegenheit zum „Schrauben“. IK Multimedia Syntronik Deluxe macht Spaß, wenn man analoge Synthesizer-Sounds liebt.

 

Systemvoraussetzungen: macOS oder Windows, 64 Bit

Preise*

Syntronik Deluxe Vollversion: €399,99

Update von Syntronik: €99,99

Module einzeln, jeweils €49,99

*Preise online ermittelt am 18.04.2018

Website des Herstellers: IK Multimedia

Aktuelle Testberichte und mehr zum Thema Musik immer hier…

Ein vollständiges Inhaltsverzeichnis aller Artikel auf facebook hier…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.