Test: e-instruments und Native Instruments Cremona Quartet

Von | 20. Oktober 2020

Zwei Geigen, eine Bratsche und ein Cello bilden das „Cremona Quartet“. Die Erbauer haben illustre Namen: Stradivari, Guarneri und Amati. All diese Instrumente sind Jahrhunderte alt und gehören zu den Schätzen des Museums von Cremona, Italien. Ihre Klänge wurden gesampelt und sind jetzt als Kontakt-Library erhältlich.

Cremona Quartet
Cremona Quartet


Über die ungewöhnlichen und aufwändigen Recording-Sessions der Mitarbeiter von e-instruments hatte music-knowhow bereits vor mehr als einem Jahr hier berichtet. Die erste Library erschien bereits im Juli 2020 und ist weiterhin mit dem Namen „Stradivari Violin“ auch einzeln erhältlich: die Stradivari „Vesuvius“. Seit Oktober 2020 gibt es das vollständige Streichquartett, ergänzt durch ein Stradivari Cello, eine Amati Viola und eine weitere Violine, gebaut von Guarneri. 

Standalone und als Plug-ins lassen sich die Instrumente mit Native Instruments KONTAKT, dem kostenlosen KONTAKT PLAYER und KOMLETE KONTROL einsetzen.

Nach dem Kauf einer Seriennummer werden die Instrumente mit Native Instruments’ Software NATIVE ACCESS registriert und lassen sich damit ebenfalls downloaden und installieren.

Cremona Quartet


Features und Bedienung

Alle vier Instrumente besitzen die gleichen Eigenschaften und Bedienungsmöglichkeiten. In der Kontakt- oder Komplete-Software erscheinen sie als einzelne Instrumente. Jedes davon enthält  zwei nki-Dateien, Stereo und mit Multi-Mikrofonierung.

 Cremona Quartet in Stichpunkten

  • 20 verschiedene Artikulationen
  • Jeweils bis zu 3 Legato-Übergänge
  • Natürliche Vibrato-Technik eines professionellen Violinisten
  • Stereo Phase-Aligned Dynamik Crossfades um Phasing bei Layer-Übergängen zu vermeiden.
  • 3 mischbare Mikrofonpositionen
  • echtes Vibrato
  • intelligente Griffbrett-Positionierung

Violine Stradivari Vesuvius

Antonio Stradivari ist der berühmteste Geigenbauer der Welt und hat die Entwicklung des Instruments wesentlich beeinflusst. Die „Vesuvius“ wurde 1727 gebaut und gehört zu den Stars des Museums. 

Das Instrument ist als STRADIVARI VIOLIN weiterhin auch einzeln erhältlich.

Violine Guarneri „Prince Doria“

Obwohl sein Name nicht ganz so bekannt ist wie der von Stradivari, wird der Klang der Violinen von Guarneri del Gesù von manchen Leuten vorgezogen. 1734 fertigte er die Prince Doria.

Amati Viola „Stauffer“

Andrea Amati gilt als der Erfinder der Geige in der heute üblichen Bauweise. Sein Sohn Gerolamo trat in seine Fußstapfen und baute ebenfalls legendäre Instrumente. 1614 entstand die Viola Stauffer, das älteste Instrument des Streichquartetts.

Stradivari Cello „Stauffer“

Das Cello wurde im Jahr 1700 von Antonio Stradivari angefertigt. Damit verfügt das Cremona Quartett auch über tiefe Töne mit dem Klang eines Instruments, das vom Meister gebaut wurde. Ideal, um am Computer ein echtes Cremona-Streichquartett einzuspielen.

Die grafische Benutzeroberfläche

Die übersichtliche Benutzeroberfläche zeigt die wichtigsten Bedienelemente. Mit Schaltflächen, die durch kleine Punkte markiert sind, lässt sich der mittlere Bereich umschalten. Ein erneuter Klick darauf führt zurück zur Abbildung des jeweiligen Instruments.


Guarneri Violin
Guarneri Violin


Das KONTAKT Mini-Keyboard zeigt die Tasten für die Keyswitches farbig an: 8 x Artikulation, zusätzlich „Bow Change“ (violett) und „Force Open Strings“ (grün). Verwendet man KOMPLETE KONTROL mit einem zugehörigen Keyboard, leuchten die LEDs oberhalb der Tasten entsprechend. Die Tastenzuordnung der Keyswitches ist konfigurierbar.

Mixer

Die Multi-Mic-Datei verfügt über ein kleines Mischpult. Hier lassen sich nah, mittig und im Hintergrund aufgestellte Mikrofongruppen in der Lautstärke regeln und damit auch der Raumanteil des Signals.


Der Mixer
Der Mixer


Performance-Einstellungen

Hier findet man Feineinstellungen für den Bereich der Anschlagsdynamik und das Vibrato. Beim Vibrato sind nicht nur Intensität und Rate einstellbar, es gibt auch 6 verschiedene Vibrato-Arten!


Performance Einstellungen
Performance Einstellungen


Articulation

8 verschiedene Artikulationen lassen sich über „Articulation Slots“ schalten, die den Keyswitches entsprechen. Mit jedem „Articulation Slot“ kann eine der 20 Artikulationen verknüpft werden. Die Funktion „Virtuoso“ verfügt gleich über mehrere Artikulationen: lange Noten bei leichtem Tastenanschlag, Marcato bei starkem Anschlag sowie Spiccatissimo über Pitchbend Controller.


Articulation
Articulation


Position

„Smart“ bewirkt eine intelligente Wahl des Fingersatzes für die gespielten Noten. „High String“ verwendet höhere Saiten wo es möglich ist. So wird eine hellere, mehr metallische Klangfarbe erzeugt. „Low String“ bewirkt das Gegenteil für einen sanften, zarten Klang. Mit „Force Open Strings“ werden nach Möglichkeit Leersaiten benutzt


Bogen-Position


Audio-Beispiele

Eine kurze Melodie, zwei Mal hintereinander zum direkten Sound-Vergleich: 1. Stradivari Violin, 2. Guarneri Violin.

Zuerst die Stradivari, dann die Guarneri

Hier spielt die Amati Viola, anschließend das Stradivari Cello (eine Oktave tiefer).

Amati Viola, Stradivari Cello


Ausführliche Beispiele bei denen die Instrumente auch im Zusammenspiel zu hören sind, werden hier im Video gezeigt:


Mehr bei SOUNDCLOUD:


Auch mal ganz anders:

Schon im „Stradivari Violin“-Test hatte ich ein eigenes Musikbeispiel aus dem Rock/Pop-Genre verwendet. Hier eine Variation davon mit allen vier Instrumenten des Cremona-Quartetts:

Instrumente:
e-instruments Cremona Quartet,
IK Multimedia Modo Bass, Modo Drum und Sample Tank (Pauken),
E-Gitarre


Fazit

Der große Aufwand, den e-instruments aus Hamburg bei der Organisation und Durchführung der Aufnahmen in Cremona bertrieben haben, hat sich gelohnt. Die Jahrhunderte alten Instrumente der Meister des Geigenbaus sind unverkäufliche Museumsstücke und werden heute noch regelmäßig im Konzertsaal des Museums gespielt. Ihr besonderer Klang wurde mit dieser Sampling-Library eingefangen. Meisterhaft ist auch die Programmierung der virtuellen Instrumente gelungen. Neben echtem Vibrato in mehreren Versionen stehen 20 Artikulationen zur Verfügung, acht davon lassen sich während des Spiels mit Keyswitches triggern. Zahlreiche Finetuning-Möglichkeiten sind unter der übersichtliche Bedienoberfläche verborgen und doch leicht zu erreichen. Endlich erlebte ich wieder einen „Wow“-Effekt beim Ausprobieren der Sounds! Wie schon die Stradivari Violin verdient auch das vollständige Cremona Quartett den Redaktionstipp.

Systemvoraussetzungen

PC: Windows 7 64-bit oder höher, i5 oder gleichwertige CPU 6 GB RAM.

macOS 10.12 oder höher, i5, 6 GB RAM.

Kostenloser NATIVE INSTRUMENTS KONTAKT PLAYER ab Version 6.2.2 oder KONTAKT
Grafikkarte, die OpenGL 2.1 oder höher unterstützt.

Download

  • Stradivari Violin 23.5 GB (39 GB unkomprimiert)
  • Guarneri Violin 25.63 GB (42.54 GB unkomprimiert)
  • Amati Viola 24.33 GB (40.37 GB unkomprimiert)
  • Stradivari Cello 27.27 GB (45.25 GB unkomprimiert)

Preis: €388,94,-
Upgrade von „Stradivari Violin“: €193,98,-

Preisangaben ohne Gewähr, am 26.07.2020 online ermittelt auf der Website von Native Instruments.

Hersteller:
e-instruments

Native Instruments

Aktuelle Testberichte und mehr zum Thema Musik immer hier…

Ein vollständiges Inhaltsverzeichnis aller Artikel auf facebook hier…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.