Test: LG UltraFine 5K 27″ Display for Mac

By | 27. Dezember 2018

Seit Apple keine eigenen Monitore mehr herstellt, wird als Top-Modell für die aktuellen MacBook Pro Notebooks das LG UltraFine 5K Display angeboten. Ich habe das Gerät mit meinem MacBook Pro 13“ und Logic Pro X getestet.


Schon wieder ein Neuer?

Wer meine Artikel regelmäßig liest, wird sich vielleicht wundern: Schon wieder ein neuer Monitor? 

LG UltraFine 5K

 

Nein, ganz so ist es nicht, meine beiden Monitore, die ich 2017 angeschafft habe, stellen mich nach wie vor zufrieden. Zu Hause ist es ein 29“ Widescreen Gerät, das eine breite Fläche bietet, aber nicht sehr hoch ist, sodass ich am Schreibtisch, der auch „Musik-Schreibtisch“ ist, noch darüber hinweg aus dem Fenster sehen kann. Im Studio tut ein 4K-Monitor Dienst, der mit einer Diagonale von 1,08m schon TV-Maße hat. Über beide Geräte habe ich berichtet (Links zu den Artikeln am Ende dieses Berichts). Das LG UltraFine 5K Display gehört einem Grafiker und Webdesigner; ich durfte es 14 Tage lang „nach Arbeitsschluss“ testen.

Das Bild

Bei einem Monitor dieser Preisklasse erwartet man eine erstklassige Bildqualität. Der 27-Zoll-Monitor hat die Größe meines inzwischen verkauften Apple Displays, aber eine viel höhere Auflösung (5120 x 2880 Pixel). Das LG Display enttäuscht nicht. Bei einer solchen Pixeldichte sieht alles genauso scharf und kontrastreich aus, wie auf dem Retina-Display des MacBook Pro. Die Farben wirken differenziert und natürlich, die gesamte Bildschirmfläche ist gleichmäßig hell und der Betrachtungswinkel ist weit. Besser geht es nicht.

Made for Mac

Die Tatsache, dass der Monitor auf aktuelle Macs abgestimmt ist, bringt einige Vorteile. Wer ein MacBook Pro mit Touch Bar besitzt, entdeckt dort zwei Helligkeitsregler, je einen für den internen Monitor und einen für den externen. Eindeutige Symbole zeigen an, welcher Regler wofür zuständig ist. Auch die Lautstärke der im Monitor eingebauten Lautsprecher lässt sich am Mac regeln. Die Thunderbolt 3 Schnittstelle versorgt ein angeschlossenes MacBook mit Netzstrom, sodass es während des Betriebs am Monitor aufgeladen wird (85Watt). Alles funktioniert mit einem einzigen Kabel: Netzstrom, Bild, Ton und Daten-Übertragung zu Festplatten, die am Monitor angeschlossen sind. Der Monitor selbst besitzt keine Bedienelemente, nicht einmal einen Ein-/Aus-Schalter. Solange er am Stromnetz angeschlossen ist, geht er automatisch in den Ruhezustand, wenn das Notebook für den mobilen Einsatz getrennt wurde.

 

LG UltraFine 5K

 

Ausstattung

Das LG UltraFine 5K Display hat Stereo-Lautsprecher mit einem kräftigen, höhenreichen Klang. Nur der Bassbereich kommt etwas kurz, deshalb habe ich für meinen Musik-Test anstelle der eingebauten Lautsprecher ein Bose SoundLink Mini benutzt, nicht über Bluetooth, sondern mit einer Kabelverbindung. Zum Glück gibt es an den aktuellen MacBook Pros neben USB-C noch die Mini-Klinkenbuchse für Audio. Drahtlose Lautsprecher sind bei der Musikproduktion zum Einspielen ungeeignet, weil sowohl Bluetooth als auch W-LAN eine erhebliche Latenz erzeugen.

Wahlweise kann man bei der Arbeit mit dem LG UltraFine 5K Display nur den externen Monitor, oder zusätzlich den eingebauten Bildschirm des Laptops benutzen. Im letzteren Fall lässt sich in der Systemeinstellung „Monitore“ festlegen, ob die beiden Displays nebeneinander oder übereinander aufgestellt werden. Entsprechend verhält sich der Mauszeiger. Entweder gleitet er dann  horizontal oder vertikal von einem Bildschirm zum anderen. 

Die integrierte Kamera liefert ein gutes Bild. Ich hatte bei FaceTime den Eindruck, dass der Aufnahmewinkel recht groß ist, sodass man auch mit mehr als einer Person Sichtkontakt haben kann. Auch am Mikrofon, dass man bei einer Video-Konferenz ja auch benötigt, gibt es nichts auszusetzen. 

 

LG UltraFine 5K

 

Auf der Rückseite des Geräts gibt es vier USB-C Buchsen. Eine davon kann neben Daten auch die Netzspannung für das angeschlossene Notebook liefern. Die anderen eigenen sich zum Anschluss zusätzlicher Festplatten. Diese können, sofern sie kein eigenes Netzteil benötigen, auch USB-powered betrieben werden.

 

LG UltraFine 5K

Die Anschlüsse auf der Rückseite

 

Der Standfuß des Monitors ist schwer und steht entsprechend fest auf der Unterlage. Das Display lässt sich nicht nur kippen, sondern auch in der Höhe verstellen. Der Verstell-Bereich ist recht groß, deshalb kann ein Laptop davor aufgebaut werden, ohne die Bildfläche zu verdecken.

Gehäuse und Fuß sind mattschwarz und sehr schlicht konstruiert. Der geschwungene silberne Alu-Standfuß des nicht mehr erhältlichen Apple Monitors sah zwar stylisch aus, ließ sich aber überhaupt nicht verstellen. Nach dem Design-Prinzip „Form follows function“ kann man es eigentlich nicht besser machen, als es LG hier getan hat. Mir gefällt die Gestaltung gut. Eye-Catcher ist das tolle Bild, nicht der Rahmen. 

Probleme?

Als das LG UltraFine 5K Display vor etwa 2 Jahren auf den Markt kam, traten einige Probleme auf. Unter anderem konnte ein Internet-Router in unmittelbarer Nähe Bildstörungen herbeiführen. Inzwischen gab es Updates im Hardware- wie auch im Softwarebereich. Käufer, die das Gerät 2018 gekauft haben, bezeichnen in online-Bewertungen die früheren „Kinderkrankheiten“ als beseitigt. Während ich den Monitor getestet habe, gab es einmal eine Störung: Der Mauszeiger fand seinen Weg nicht. In der Systemeinstellung „Monitor“ sah ich dann, dass mein USB-Keyboard in der Grafik als dritter „Bildschirm“ dargestellt wurde. Einmal Kabel raus und wieder rein, dann war alles in Ordnung. Die Sache dürfte weniger am Monitor, als am macOS Mojave auf meinem MacBook Pro gelegen haben.

Die Praxis

Ich habe 14 Tage lang abends etwa eine Stunde lang mit Logic Pro X Musik produziert. Dabei wurde aus einer Demo-Sequenz nach und nach ein Song. Die Tracks sind in meinen Abbildungen zu sehen.

 

LG UltraFine 5K

DAW-Anwendung

 

Als Rechner diente mein MacBook Pro 13“ mit dem Betriebssystem macOS Mojave. Zum Einspielen habe ich ein USB-Keyboard von AKAI verwendet. Abgehört habe ich über Kopfhörer oder Bose SoundLink Mini, manchmal auch über die Lautsprecher des Monitors. Das hat viel Freude gemacht. Auch wenn bei der Arbeit mit der DAW die Optik nicht das Wichtigste ist, ist eine solche Bildqualität beeindruckend. 

Technische Daten

Anzeige-Größe: 27″ 5K Display mit IPS Technologie

Auflösung: 5120 x 2880 Pixel mit Unterstützung für Milliarden von Farben

Helligkeit: 500 cd/m²

Farbumfang: Großer P3 Farbumfang

Anschlüsse: 1x Thunderbolt 3, 3x USB‑C (USB 3.1, 1. Generation, 5 Gbit/s)

Stromversorgung: Bis zu 85W über Thunderbolt 3 für Host Stromversorgung und zum Aufladen

Kameratyp: Integrierte Kamera

Lautsprecherkonfigurationen: Stereo

Stromversorgung: Integriertes Netzteil

Höhe: 46,4 cm

Breite: 62,6 cm

Tiefe: 23,9 cm (mit Ständer), 5,4 cm (ohne Ständer)

Gewicht: 8,5 kg

 

Lieferumfang

Neben dem Monitor befinden sich das Netzkabel und ein Thunderbolt 3 Kabel mit 2m Länge im Paket, sowie eine Kurzanleitung und eine VESA-Halterung zur Wandmontage.

Fazit

Das LG UltraFine 5K Display lässt unschwer erkennen, dass es „made for Mac“ konstruiert wurde. Während andere LG-Monitore an der Unterseite des Rahmens einen Mini-Joystick zum Einstellen besitzen und manche sogar eine Fernbedienung, wird hier alles am Mac geregelt. Das bedeutet eine vollständige Integration in die Systemsteuerung des macOS. Sobald das Notebook über das Thunderbolt 3-Kabel mit USB C-Anschlüssen verbunden wurde, schließt sich ein Kreis. Stromversorgung, Bild, Kamera, Lautsprecher und bis zu 3 zusätzliche Festplatten oder SSD-Speichermedien sind in einem System vereint. Am eindrucksvollsten ist die Bildqualität, die einerseits durch die hohe Auflösung, aber andererseits auch durch die Farbtiefe und den hohen Kontrast bestimmt wird.

Preis: € 1399,- (Preis Apple online-Store 27.12.2018)

Verwandte Links:

LG UltraWide Monitor am Mac Pro 2010

Think big! – 4K-Monitor für die DAW

MacBook Pro 2008 vs. MacBook Pro 2018

 

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4 thoughts on “Test: LG UltraFine 5K 27″ Display for Mac

  1. Ulf

    Hallo Jürgen,
    schöner Test – das Ultrafine 5k Display mag zwar „made for Mac“ sein, aber nicht „designed for Mac“. Ich finde es einfach hässlich, und es widerstrebt mir, ein hübsches MacBook damit zu betreiben (ja, das ist natürlich eine etwas snobistische Haltung). Ich hoffe, dass Apple bald wieder selbst ein Display herausbringt – ich fürchte aber, dass das dann noch mal deutlich teurer als das LG-Display sein wird.
    Aber zurzeit brauche ich sowieso kein externes Display – der iMac hat ja alles inklusive. Und wenn Apple dann 2019 einen neuen Mac Pro herausbringen wird, wird der sicher so viel kosten, dass ich mir das nicht leisten werde.
    Viele Grüße
    Ulf

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  2. Jörn

    Optisch gefällt mir das LG auch nicht. Da würde ich auch lieber verzichten.

    Da ich nicht weiß, wie das „Made for Mac“ umgesetzt wurde, frage mich noch etwas anderes: Wie sieht es mit der Unterstützung neuer Systemversionen aus? Könnte es sein, dass LG bald keine neuen Updates für die Software herausbringt, die zur Steuerung des Displays nötig sind?

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    1. Ulf

      Ich glaube nicht, dass das ein Problem ist. Es geht ja nur darum, dass LG die Mac-Steuerung für Helligkeit und Lautstärke verwenden kann – da tut sich ja in den verschiedenen Betriebssystemversionen nichts.
      Die Frage ist natürlich, wie lange die Thunderbolt-Schnittstelle unterstützt wird. Aber das Problem hatte man bei Apple-Displays ja auch immer. ADC war irgendwann weg, dann kam Mini-Display-Port, danach Thunderbolt 1 … Aber mit Adaptern kam man da schon immer eine Zeit lang weiter. Mein Cinema-Display mit Mini-Display-Port von Apple läuft immer noch an einem aktuellen MacBook mittels eines Docks.

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  3. juergenD Post author

    Die hohe Pixeldichte sorgt dafür, dass auch winzige Schriften und Zahlen stufenfrei, gleichmäßig gerundet dargestellt werden. Das konnte ich mit Logic und Plug-ins, die Retina-Auflösung unterstützen, deutlich sehen. Beim Musikmachen ist das natürlich Luxus, aber nicht für professionelle Grafiker.

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