Vergleichstest: Logic Pro X DeEsser 2

By | 13. Juli 2019

Das Erscheinen des neuen Logic Plug-ins DeEsser 2 zusammen mit dem Update Logic Pro X 10.4.5 hat mich auf die Idee gebracht, DeEsser 2 aus dem Hause Apple mit den Produkten anderer Hersteller und einer alternativen Bearbeitungs-Methode zu vergleichen.

Wozu benutzt man einen De-Esser und wie arbeitet er?

Sobald man eine Gesangs- oder Sprecherspur mit EQ und Kompression bearbeitet, treten Zischlaute deutlicher hervor, meistens zu deutlich. De-Esser gibt es in Hardware- und Softwareform, für die DAW gibt es zahlreiche Plug-ins. Eine gute und verständliche Beschreibung der Wirkungsweise eines De-Essers am Beispiel des neuen Logic Plug-ins DeEsser 2 habe ich in der Apple-Hilfe gefunden. Die Beschreibung trifft auf jeden De-Esser zu.

Zitat: „DeEsser 2 ist ein frequenzselektiver Kompressor, der aus einem komplexen Audiosignal heraus die Dynamik eines bestimmten Frequenzbereichs komprimiert. Er wird zum Entfernen von zischendem Rauschen (überbetonte „s“-Laute, besonders in Gesang, und Verschlusslaute wie „t“ können durch Kompressions- und Saturation-Effekte betont werden) aus dem Signal verwendet. DeEsser 2 komprimiert das Signal dynamisch und verhindert dadurch, dass der Sound dunkler wird, solange keine Zischlaute vorhanden sind. DeEsser 2 hat extrem schnelle Attack- und Release-Antwortzeiten für die kürzesten Transienten, wodurch ein natürlicher Klang erhalten bleibt.“ © Apple

Vergleiche

Zuerst mein Audio-Beispiel ohne Bearbeitung. Ich habe beim Sprechen die s-Laute zur Verdeutlichung stark übertrieben.

Mit Kompressor und EQ, aber ohne Bearbeitung der s-Laute. Die Ausgangs-Datei für alle Beispiele.

Die Alternative

Eine Möglichkeit, ohne De-Esser auszukommen, soll hier am Anfang demonstriert werden. Zischlaute sind in einem Audio-Editor optisch gut zu erkennen.


Sprecher unbearbeitet
Sprecher unbearbeitet. Die hellen Bereiche mit hohem Pegel sind s-Laute.

Wenn man genau hinsieht, sind in der Abbildung oben (Logic Audio-Editor) 5 helle Bereiche erkennbar.

Nächste Abbildung: Ich habe den ersten Abschnitt selektiert, die Wiedergabe gestartet auf Loop eingestellt. Jetzt hört man nur noch ein Zischen. Treffer!


Audio-Editor: Auswahl und Loop-Wedergabe
Audio-Editor: Auswahl und Loop-Wedergabe
Der selektierte s-Laut im Loop

Die nächste Abbildung zeigt die fertig bearbeitete Datei. Ich habe alle entsprechenden Bereiche nacheinander ausgewählt und mit der Funktion „Gain“ um bis zu 10dB leiser gerechnet. Eine noch heftigere Bearbeitung wäre natürlich auch möglich.


Logic Audio-Editor
Der Pegel der s-Laute ist nach der Bearbeitung sichtbar geringer.
Die bearbeitete Version.

Plug-ins

Um die Plug-ins zu testen, verwende ich selbstverständlich die oben zuerst präsentierte Version ohne Bearbeitung im Editor!

IK Multimedia T-R5 De Esser

(Anmerkung: Das ist jetzt die dritte Schreibweise, die ich hier verwende. De-Esser, DeEsser, De Esser. Ich richte mich jeweils danach, wie der jeweilige Hersteller sein Produkt benannt hat.)

Der De-Esser ist sowohl als Teil des Mastering-Bundles T-RackS 5, als auch einzeln als Plug-in erhältlich.


IK Multimedia TR 5 De Esser
IK Multimedia TR 5 De Esser
IK-Multimedia T-RackS De Esser


Waves Sibilance

Waves Sibilance
Waves Sibilance zeigt Wellenform und Bearbeitung in Echtzeit.
Waves Sibilance. Zeitweise für $29,- im Angebot!


Apple Logic Pro X DeEsser 2

Zuletzt zu dem Produkt, das für alle Logic-User kostenlos ist, weil es im Logic Pro X Update 10.4.5 enthalten ist.


Logic DeEsser 2
Logic DeEsser 2
Apple Logic DeEsser 2

Fazit

Ich finde, dass der Logic DeEsser 2 seinen Job nicht schlechter macht, als die anderen Produkte. Wenn man genau hinhört, gibt es kleine Unterschiede zwischen den Beispielen. Das liegt aber auch daran, dass es kaum möglich ist, überall die Parameter genau gleich einzustellen, weil die Bedienung unterschiedlich ist.

Wenn ich trotzdem eine Wertung abgeben sollte, würde ich sagen: Platz 1 Sibilance von Waves, am zweiten Platz Logic DeEsser 2.

Bei allen hier demonstrierten Beispielen wäre auch eine viel stärkere Bearbeitung möglich gewesen. Ich wollte aber deutliche s-Laute beibehalten, weil sie der Sprachverständlichkeit dienen. Wer die Ergebnisse genau vergleichen will, sollte zwischendurch immer wieder Beispiel 1 (unbearbeitet) anhören.

Über Kommentare – euere Bewertung – würde ich mich freuen!


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