Test: Rob Papen Explorer 5

By | 10. November 2018

Rob Papen Explorer 5 ist ein Bundle von 20 Plug-ins. Virtuelle Synthesizer und Effekt-Plug-ins – eine vollständige Ausrüstung zur elektronischen Musikproduktion mit der DAW.

Wie schreibt man einen Testbericht über solch ein umfangreiches Bundle? Ich habe einige Highlights herausgegriffen, dazu kommen Audio-Beispiele. Wenn Plug-ins hier nur namentlich erwähnt werden, soll das aber keine Abwertung sein! Das letzte Hörbeispiel ist ein kurzer Song, der ausschließlich mit Instrumenten und Delay- Hall- und Mastering-Effekten aus dem Rob Papen Explorer 5 produziert wurde.

 

Rob Papen Explorer 5

Rob Papen Explorer 5

Rob Papen Explorer 5 – Was ist in der virtuellen Box?

Um die Beschreibungen nicht zu verfälschen, übernehme ich die englischsprachigen Originalangaben. I am sure you will understand.

Go2The power of limitations.

RAW-KickEdgy Kicks for contemporary music.

MasterMagicAdds a touch of magic for your Mix or Master.

SubBoomBass 2: Ultimate bass synthesizer.

Predator 2: The Synth that hunts your tracks!

BLUE-II: Cross-fusion synthesis at its finest.

RG: Electric and acoustic guitar grooves.

RP-Verb 2:  Most intriguing in RP-VERB 2 – alongside the to a great sound – is the new ‘Reverser’ section!

RP-EQ: Silky smooth sounding channel and mastering EQ.

Blade: The cutting edge of today’s synthesizers!

Punch: Speaker busting and body rattling drum machine.

Punch-BD: Based on the BD module of the multi-award winning Punch virtual drum synth,

RP-Delay: Delay insanity. Reverser, 6 lines, 8 filters, 4 LFOs and more.

RP-Distort: Wicked FX unit that will distort or alter your tracks.

RP-AmodSpice up your vocal track, liven an instrument and even beef up your drums.

RAW: Cutting edge EDM synthesizer with the focus on ‚distorted sounds‘

SubBoomBass: Ultra-deep groove bass synth with a built-in step sequencer.

Predator: Phat analog style synth with killer presets and first-class features.

PredatorFX: Filter, modulation, vocoder and effects plug-in.

Prisma: Get creative using Rob Papen’s take on instrument layering.

In dieser Liste sind auch die Originalversionen von Predator, SubBoomBass und BLUE enthalten. Das Plug-in Prisma kann nach dem Download des Bundles separat geladen und installiert werden. 

Die ersten drei Plug-ins in der Liste sind neu im Explorer Bundle: Go2, RAW-Kick und MasterMagic.

 

Go to Go2!

Über den außerordentlich gut klingenden und preiswerten Synth Go2 habe ich bereits hier einen Testbericht veröffentlich. Mit einem Song, der ausschließlich mit Go2 umgesetzt wurde.

 

RAW-Kick

Rob Papen RAW-Kick ist das ultimative Tool zur Erzeugung elektronischer Bassdrum-Sounds. 

 

RAW-Kick

RAW-Kick

Neben synthetischer Klangerzeugung stehen Samples zur Verfügung. Auch eigene Samples können per Drag and Drop importiert werden. Das Instrument verfügt über drei getrennt programmierbare Layer und umfangreiche Modulations-Möglichkeiten, wobei Distortion eine besondere Rolle spielt. Auch ein X/Y-Screen zur Steuerung ist integriert.

Audio-Beispiele:

 

 

 

 

Blue 2

Subtraktive Synthese: Blue 2 besitzt 6 identisch aufgebaute Oszillatoren, u.a. mit Reglern für Pulsweitenmodulation und Symmetrie. Spread und Drift sorgen für Schwebungen, wie sie für analoge Synths typisch sind. 

 

Rob Papen Blue 2

Rob Papen Blue 2

Neben der Erzeugung klassischer Wellenformen können die Oszillatoren auch Sample-Wellenformen verwenden. Auch der Sound von FM-Synthesizern kann mit Blue 2 erzeugt werden, dazu kommt noch die Phase Distortion Synthese. Step-Sequencer und Arpeggiator sind an Bord und besitzen umfangreiche Programmier-Möglichkeiten wie auch die zahlreichen Effekte. Wie beim Blade gibt es einen XY-Screen. Der Grundcharakter der Sounds ist eher digital-kühl, obwohl sich durchaus schöne analoge Sounds erzeugen lassen. Eine wahrhaft gewaltige Anzahl von Presets stehen zur Verfügung.

 

SubBoomBass 2

SubBoomBass 2 ist nicht „nur“ ein Bass-Synthesizer. Das Plug-in bietet so gut wie alle existierenden Synthese-Formen einschließlich Karplus Strong. Die Filter- und Modulations-Möglichkeiten sind sehr umfangreich, genau wie die internen Sequencer-Features. 

 

SubBoomBass 2

SubBoomBass 2

Auch hier ist ein X/Y-Screen vorhanden und eine riesige Anzahl an gut klingenden Presets. Ich kann mir kaum einen Bass-Line-Sound vorstellen, der mit diesem Bass-Monster nicht zu verwirklichen ist!

 

 

 

 

Blade

Blade ist ein Synthesizer mit additiver Synthese, dessen Bedienelemente aber jedem vertraut sind, der sich mit der weiter verbreiteten subtraktiven Synthese auskennt. 

 

Rob Papen Blade

Rob Papen Blade

Obwohl hier auf den ersten Blick sehr viele Regler zu erkennen sind, sind sie übersichtlich strukturiert. Zwei Displays zeigen Modulationsbewegungen und die Programmierung des Step-Sequencers an. Der XY-Screen ist gleichzeitig ein XY-Pad zur Bedienung, mit dem viele Parameter verknüpft werden können; sie lassen sich innerhalb des Plug-ins aufzeichnen. Das Klangspektrum des Harmolators, wie die Soundquelle anstelle von Oszillator hier heißt, lässt sich sehr detailliert einstellen. Glockige und metallische Klänge lassen sich schnell programmieren. Blade ist kein Instrument für Brot-und-Butter-Sounds. Seine Stärken sind spacige Soundscapes und – im positiven Sinne – schneidende Sounds. Ein Synth-Schwert mit blitzender Klinge. 

 

 

 

RG – der virtuelle Gitarrist

Eine Ausnahme im Sortiment von Rob Papen ist das Gitarren-Plug-in RG. Die Benutzeroberfläche erinnert an einen Synthesizer, ist sogar fast identisch damit. Allerdings werden anstelle von Oszillatoren Samples von E- und Akustikgitarren verwendet.

 

Gitarren-Plug-in RG

Gitarren-Plug-in RG

Mit dem integrierten Sequencer lassen sich eigene Grooves programmieren. Bei Konkurrenz-Produkten ist das oft nur eingeschränkt möglich. Eine weitere Stärke von RG sind die Filter- und Modulations-Regler.

 

RP-Verb 2

Das Reverb Plug-in RP-Verb 2 verfügt über einen guten, transparenten Hall und bietet mehr als Raumsimulation. Unter den zahlreichen Effektmöglichkeiten gibt es in der Version RP-Verb 2 auch einen Reverse-Modus. 

 

Hallprozessor RP-Verb

Hallprozessor RP-Verb 2

 

 

Hier habe ich das gleiche Hall-Programm auf Reverse eingestellt:

 

Come together

In einem kurzen Song habe ich ausschließlich Instrumente und Effekte des Bundles Rob Papen Explorer 5 verwendet. Hier sind auch Plug-ins zu hören, die ich nicht einzeln vorgestellt habe, z.B. der Synth Predator 2 und die Drum-Machine Punch. Die CPU-Anzeige unten rechts in der nächsten Abbildung zeigt, dass die Systemauslastung recht gering ausfällt. (System: MacBook Pro 13″, macOS Mojave, Logic Pro X)

 

Logic Song

 

Das einzige DAW-eigene Plug-in ist Logics Brickwall-Limiter AdLimiter, mit dem ich den Mix etwas lauter gemacht und gegen Übersteuerungen geschützt habe.

 

MasterMagic

Rob Papens Mastering-Tool ist einfach aufgebaut und einfach zu bedienen. AIR ist ein Hi-Shelf Filter mit dem sich die Höhen aufpolieren lassen. MONO/STEREO SPLIT FILTER ist eine Funktion, mit der ab einer einstellbaren Frequenz das Stereo-Signal zu einem Mono-Signal zusammengemischt wird. Das ist eine sinnvolle Maßname, denn das menschliche Ohr nimmt im Bassbereich kaum wahr, aus welcher Richtung der Schall kommt. Die ganze Subwoofer-Technik beruht auf diesem Umstand. Das Mono-Signal verteilt den Bass gleichmäßig auf alle Lautsprecher. So wird die Überlastung eines einzelnen Lautsprechers verhindert und Summenkompression lässt sich anwenden, ohne dass die Stereomitte verschoben wird. Bassdrum, Snare und Bass-Instrument werden normalerweise sowieso in die Stereomitte gemixt. Aber auch Synthesizer-Akkorde mit Sub-Oszillator oder Piano-Bässe können die Stereo-Balance stören.

Rob Papen MasterMagic

Rob Papen MasterMagic

Das Manual empfiehlt, MasterMagic als letztes Plug-in im Output-Kanal beim Stereo-Mix einzusetzen. Für ein Final-Master würde ich aber immer noch einen Kompressor/Limiter dahinter verwenden, für mehr Lautheit und um Übersteuerung zu verhindern. Gute Dienste tun schon die Effekte der DAW, in meinem Fall Logics AdLimiter. Für höhere Ansprüche gibt es Spezial-Software, wie ich sie im Artikel Vergleichstest: Mastering Plug-ins vorgestellt habe.

 

Zum Schluss hier noch einmal das vorige Hörbeispiel, zusätzlich mit dem Plug-in Rob Papen MasterMagic in der Summe. Damit man den Unterschied deutlich hört, habe ich AIR voll aufgedreht, obwohl vielleicht auch niedrigere Werte für den Feinschliff reichen würden.

 

Prisma

Prisma ist ein praktisches Plug-in, mit dem sich bis zu vier Instrumente gleichzeitig verwalten lassen. 

 

Rob Papen Prisma

 

Wie schon in der Abbildung erkennbar ist, kann man Layer-Sounds erzeugen, Presets wählen, Effekte einstellen, Pegel mischen und mehr.

 

NKS – Native Instruments Komplete Kontrol

Alle Instrumente sind NKS-kompatibel bis auf RAW-Kick. Für RAW-Kick ist die Kompatibilität geplant, sodass dann auch dieses Plug-in über ein Native Instruments Komplete Keyboard oder über Native Instruments Maschine komfortabel bedient werden kann.

 

Fazit

Mit Rob Papen Explorer 5 erhält man eine erstklassige Sammlung an Tools, die vorwiegend für die Produktion elektronischer Musik geeignet sind. Auch aktuelle Pop-Musik in den Charts bedient sich elektronischer Sounds, sei es im Retro-Stil der 80er oder aus Genres wie Dubstep. Rob Papens Synths, Drums und Effekte sind von hoher Qualität und flexibel zu handhaben. Wer gern selbst Sounds „schraubt“ findet hier unbegrenzte Möglichkeiten, aber auch die Presets sind zahlreich und hervorragend. Hier zeigt sich, dass Rob Papen selbst Musiker ist. Rob Papen Explorer 5 enthält 20 Plug-ins, das kostenlose Plug-in Prisma mit eingerechnet. Außerdem sind bei mehreren Produkten neben der neueren Version „2“ auch die älteren Versionen enthalten. Das Explorer-Bundle ist nicht gerade billig, aber das relativiert sich, wenn man die Update- und Upgrade-Preise beachtet. Wer bereits ein oder mehrere Instrumente von Rob Papen besitzt, spart erheblich. Einsteigern empfehle ich den preiswerten aber leistungsfähigen Synth Go2, der nur €49 kostet. 

 

Systemvoraussetzungen

  • PC: 32 & 64 Bit VST, AAX, Windows Vista / Windows 7/ Windows 8/ Windows 10
  • Anmerkung: AAX für Pro Tools 12 oder höher
  • Mac: 64 Bit AU, VST und AAX, OSX 10.8 – OSX 10.13.6 (High Sierra)*
  • Anmerkung: MasterMagic and RAW-Kick nur 64Bit

*Anmerkung des Autors: läuft auch problemlos unter macOS Mojave.

Preis

€499,-

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Hersteller: Rob Papen

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